Treibhausgase: Waldbrände auf Nordhalbkugel für Rekordemissionen verantwortlich

In Sibirien, Nordamerika und ums Mittelmeer haben Waldbrände in diesem Sommer besonders gewütet. Dabei wurde auch enorm viel Treibhausgas freigesetzt.

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Ein Waldbrand auf Sizilien Anfang August

(Bild: Alessio Tricani / Shutterstock.com)

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  • Martin Holland

Sowohl im Juli als auch im August wurden durch Waldbrände auf der Nordhalbkugel Rekordmengen an Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt. Das hat eine Auswertung von Daten des Atmosphärenbeobachtungsdienstes des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus ergeben. Allein im Juli wurden demnach rund 1260 Milliarden Tonnen CO2 bei Waldbränden freigesetzt, im August waren es sogar 1380 Milliarden Tonnen. Mehr als die Hälfte der Emissionen hat ihren Ursprung in Bränden in Nordamerika und Sibirien. Ein weiterer Hotspot lag am Mittelmeer.

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Für ihre Analysen werten die Forscher und Forscherinnen Satellitenbilder aus, die fast in Echtzeit große Waldbrände zeigen. Aus der ermittelten Hitze der Brandstellen könne man auf die Menge der Emissionen schließen, erläutern sie. Auf Basis dieser Daten werden Vorhersagen erstellt, etwa zum erwarteten Verbreitungsgebiet der Emissionen und dazu, wo und wie stark die Luftqualität beeinträchtigt wird. In Bezug auf Waldbrände auf der Nordhalbkugel seien die Monate zwischen Mai und Oktober in jedem Jahr die schlimmsten, der Höhepunkt werde jeweils im Juli und im August erreicht, heißt es weiterhin.

Im Mittelmeergebiet war diesmal vor allem die Türkei besonders schwer von Waldbränden betroffen, schlüsselt das Forschungsteam auf. Die gemessene Intensität sei die größte in dem eigenen Datensatz, der bis 2003 zurückreicht. Schwer getroffen waren demnach auch Griechenland, Italien, Albanien, Nordmazedonien, Algerien und Tunesien. Ungewöhnlich heftig seien die Waldbrände in diesem Jahr aber vor allem in Sibirien gewesen, die dort ausgestoßenen Emissionen seien mehr als doppelt so hoch, wie in Vorjahresmonaten. Die dritte besonders schwer getroffene Region befindet sich demnach an der nordamerikanischen Pazifikküste. Dort entstandener Rauch sei bis zu den Britischen Inseln geweht worden.

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(mho)