Trümmer einer verlorenen SpaceX-Rakete im US-Nordwesten niedergegangen

Weltraum-Enthusiasten und Meteorsucher finden gemeinsam die Überreste einer Falcon-9-Rakete. Diese war nicht wie geplant zurückgekehrt und nicht ganz verglüht.

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Start einer Falcon-9-Rakete

Am 10. Jänner brachte SpaceX wieder Fracht zur ISS. Das Ziel, die Falcon-9-Rakete wiederzuverwerten, erreichte SpaceX noch nicht.

(Bild: SpaceX)

Von
  • Frank Schräer

Im März wurden im Nordwesten der USA etliche Feuerbälle am Himmel beobachtet. Astronomen identifizierten diese als Überreste einer niedergegangenen Falcon-9-Rakete, die für SpaceX Starlink-Satelliten in den Orbit gebracht hatte. Üblicherweise verglühen diese in der Atmosphäre, aber etliche Trümmer sind im US-Bundesstaat Washington niedergegangen. Ein Trio aus Weltraum-Enthusiasten hat Teile lokalisiert und gefunden, während sich die Behörden auf Anfragen der Seattle Times für nicht zuständig erklärten.

Die Falcon-9-Rakete startete am 4. März 2021, um 60 Starlink-Satelliten in ihre Umlaufbahnen zu bringen. SpaceX baute damit sein Satellitennetzwerk weiter aus, um schnellen Internetzugang auch in ländlichen Gegenden zu ermöglichen. Die teilweise wiederverwendbare Falcon-9-Rakete war zuvor oft erfolgreich auf die Erde zurückgekehrt, aber in diesem Fall verlor SpaceX die Kontrolle über die Rakete. Sie taumelte drei Wochen lang auf die Erde zurück, bevor sie zerbrach und als die beobachteten Feuerbälle durch die Atmosphäre drangen.

SpaceX reagierte nicht auf Anfragen und laut Seattle Times erklärte die Bundesluftfahrtbehörde der Vereinigten Staaten (FAA), dass sie den Vorfall nicht untersucht. Die FAA hat SpaceX zwar eine Lizenz zum Start der Rakete erteilt, aber die Lizenz erlosch, als SpaceX die Kontrolle verlor. Ein unkontrollierter, zufälliger Wiedereintritt sei keine lizenzierte Aktivität, erklärte die FAA.

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Ein NASA-Sprecher erklärte, dass seine Behörde keine Trümmer anderer Missionen verfolge, nur die der eigenen NASA-Missionen. Die NASA verwies auf die "U.S. Space Force". Diese zeigte sich jedoch als ebenfalls nicht zuständig, denn sie würde lediglich Objekte im Orbit verfolgen. Fallen diese auf den Boden zurück, sei die "Federal Emergency Management Agency" betroffen. Die nationale Koordinationsstelle der USA für Katastrophenhilfe erklärte allerdings, man habe keine diesbezügliche Anfrage des US-Bundesstaates bekommen. Und sie fügte hinzu, man würde keine Trümmer aufräumen.

Ein Trio aus Weltraum-Enthusiasten haben sich dagegen interessiert gezeigt und letztlich vereinzelte Trümmer der Falcon-9-Rakete aufgespürt. Der Leiter der "American Meteor Society" verwendete eine von ihm entwickelte App, um Augenzeugenberichte zu sammeln und Standortdaten zu triangulieren. Ein Meteorologe der "National Oceanic and Atmospheric Administration" analysierte Daten von Wetterradargeräten.

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Zusammen ermittelten sie den Flugweg des feurigen Weltraummülls und die erwarteten Positionen einiger gefallener Teile. Dann begann ein befreundeter Meteoritenjäger, die Trümmer vor Ort zu suchen. Er spürte durch Gespräche mit Anwohnern die Absturzstellen dreier zylindrischer 200-Pfund-Tanks auf. Einer landete nur rund 15 Meter von einem Wohnwagen entfernt, aber der Bewohner verjagte den Trümmersucher mit einer Schrotflinte.

Ein anderer Tank wurde bereits von den lokalen Behörden konfisziert, bevor der Meteoritenjäger dort eintraf. Immerhin konnte er einen weiteren Tank entdecken und zu seiner Sammlung von Meteoritenresten und niedergegangenem Weltraumschrott hinzufügen.

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(fds)