Trump muss Traum von US-Mondlandung 2024 begraben

Das US-Parlament wird den NASA-Budgetantrag des Präsidenten nicht genehmigen. Damit wird aus der von Trump gewünschten Mondlandung 2024 nichts.

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Lebensgroße Figur in Astronautenanzug, daneben eine US-Flagge

Die Statue im John F. Kennedy Space Center zeigt Astronaut Dr. Harrison Hagan Schmidt, den zwölften Amerikaner auf dem Mond.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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  • Daniel AJ Sokolov

Die NASA wird 2024 keine Astronauten auf die Mondoberfläche bringen. Das US-Parlament verweigert die notwendige Dotation. Laut dem scheidenden NASA-Administrator Jim Bridenstine müsste die Raumfahrtorganisation im bereits laufenden Finanzjahr 2020/21 3,2 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung dreier Mondlandefähren investieren. Das Parlament bewilligt weniger als ein Drittel.

Im März 2019 hatte US-Präsident Donald Trump den Befehl ausgegeben, spätestens 2024 Amerikaner auf den Mond zu bringen – also noch in seiner gewünschten 2. Amtszeit. Im vergangenen September machte Bridenstine bei einer Anhörung im US-Senat deutlich, dass das nur möglich wird, wenn noch dieses Jahr die Milliarden fließen. Entsprechend sieht auch der Budgetplan des Weißen Hauses aus: Insgesamt forderte Trump eine Erhöhung des NASA-Budgets um 2,6 Milliarden Dollar auf insgesamt 25,246 Milliarden Dollar, wobei die NASA aber bei Bildung und Forschung sparen sollte.

Trump forderte 3,2 Milliarden Dollar für Aufträge an Blue Origin, Dynetics und SpaceX zur Entwicklung jeweils einer Mondfähre, sowie eine kräftige Erhöhung der Budgets für Bauarbeiten und Raumfahrttechnik. Dafür sollte jene NASA-Abteilung geschlossen werden, die Schulen bei wissenschaftlichen Bildungsprojekten unterstützt, was 120 Millionen Dollar sparen würde. Deutliche Einschnitte wünschte Trump auch bei wissenschaftlicher Forschung, den Bodeneinrichtungen für Weltraumforschung sowie beim Space Launch System.

Allein, das Parlament spielt nicht mit. Der Senat, in dem die Republikaner die Mehrheit stellen, sieht 23,5 Milliarden Dollar vor, immerhin eine Erhöhung um 866 Millionen. Davon entfällt nur eine Milliarde auf die Mondlandefähren, womit sich die bemannte ARTEMIS-Mission zum Mond 2024 nicht ausgehen wird. Entgegen Trumps Wunsch möchte der Senat mehrere wissenschaftliche Projekte bewahren, darunter PACE Earth sowie die Astrophysik-Mission mit dem Nancy Grace Roman Space Telescope zum Finden von Exoplaneten.

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Das Repräsentantenhaus, wo Demokraten die Mehrheit stellen, möchte das Gesamtbudget der NASA unverändert bei 22,63 Milliarden Dollar belassen. Davon entfallen 600 Millionen Dollar auf die Entwicklung der Mondlandefähren. Es wird dauern, bis sich die beiden Kammern auf einen Kompromiss verständigt haben. Das Budget für die Mondlandefähren wird dann zwischen 600 Millionen und einer Milliarde Dollar liegen – weit entfernt von den geforderten 3,2 Milliarden.

Bereit das vierte Jahr in Folge setzen beide Kammern das populäre Schul-Programm der NASA wieder ein. Viermal wollte Trump es einstellen, das vierte Mal wird es vom Parlament gerettet werden. Das Oberhaus sieht unverändert 120 Millionen Dollar vor, das Unterhaus möchte diese Mittel um sechs Millionen Dollar aufstocken, "um junge Menschen zu einer Karriere in Wissenschaft und Entwicklung zu inspirieren".

(ds)