Truth Social: Trumps sozialem Netzwerk fehlen Geld, Nutzer und Werbekunden

Das soziale Netzwerk von Donald Trump kämpft nach sechs Monaten mit Zahlungsschwierigkeiten und schwindenden Nutzerzahlen. Besserung ist vorerst nicht in Sicht.

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(Bild: Trump Media & Technology Group)

Von
  • Bernd Mewes
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Das soziale Netzwerk von Donald Trump, Truth Social, steht Berichten zufolge vor "finanziellen Herausforderungen". Zum einen wachse die Zahl der Nutzer extrem schleppend, indes könne es die Zahlung an den Hosting-Provider nicht leisten. Hinzu kämen Zweifel über Trumps Popularität von der Mantelgesellschaft Digital World Acquisition Corp. (DWAC), die die Trump Media & Technology Group – das Unternehmen hinter Truth Social – übernehmen und an die Börse bringen soll. Dauerhaft garantierte Einnahmequellen seien ebenfalls nicht in Sicht.

Donald Trump, der sein eigenes soziales Netzwerk nach seiner Aussperrung aus Twitter und Co. infolge des Angriffs auf das Capitol gründete, sei Medienberichten zufolge den Zahlungen an seinen Hosting-Provider, RightForge, nicht nachgekommen. RightForge gehöre zu den größten Gläubigern von Truth Social und behaupte, dass monatliche Vertragszahlungen bereits seit März nicht eingehalten würden. Die Trump Media & Technology Group (TMTG) würde dem Anbieter der Web-Service-Infrastruktur "mehr als eine Million US-Dollar" schulden.

Dass Trump sein eigenes soziales Netzwerk nach dem offiziellen Start im Februar selbst kaum nutzte, änderte sich schlagartig im Juni, nachdem eine frühere Mitarbeiterin des Weißen Haus dem US-Kongress Trumps Fehlverhalten im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Capitol geschildert hatte.

Trump habe weniger als vier Millionen Follower auf Truth Social (seine Reichweite auf Twitter wurde auf mehr als 200 Millionen geschätzt) und auf die aktivsten Trendthemen der letzten Tage (#DefundTheFBI) hätten lediglich ein paar Tausend User reagiert. Der DWAC zufolge bräuchte das soziale Netzwerk Millionen von regelmäßigen Nutzern für einen kommerziellen Erfolg, berichtet die Washington Post. Zum Vergleich: Twitter werde in den USA täglich von etwa 37 Millionen Menschen aktiv genutzt. Ursprünglich peilte TMTG und RightForge die Auslegung der Plattform Truth Social für 75 Millionen Nutzer an.

Unabhängig von den Nutzerzahlen, die aufgrund langer Wartelisten und technischer Störungen zu Beginn ausblieben, stehen mögliche Werbekunden Medienberichten zufolge nicht gerade Schlange. Die fürchteten um die Risiken, Kunden zu verlieren. Experten zufolge könne TMTG eher mit Werbeeinnahmen von Waffenherstellern rechnen, diese würden in "diesem Bereich" aber nicht in großem Maße investieren.

Hinzu kommt, dass die App vorerst nur für iOS verfügbar ist und noch nicht für Android. Neben den fehlenden Einnahmen gebe es zusätzlich rechtliche Probleme. So habe das US-Patentamt erst kürzlich den Antrag auf die Marke "Truth Social" mit Verweis auf Verwechslungsgefahren mit ähnlich benannten Unternehmen abgelehnt, berichtet die Washington Post weiter.

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Die Digital World Acquisition Corp. (DWAC) ist eine Special Purpose Acquisition Company (SPAC) und dient als Mantelgesellschaft, die zunächst Geld über einen Börsengang einsammelt und im zweiten Schritt die TMTG übernehmen soll. Laut kürzlich eingereichtem Antrag will die DWAC die Zustimmung der Aktionäre einholen, um den Termin zur Übernahme mit Frist zum 8. September bis ins nächste Jahr zu verschieben. Grund seien die derzeit laufenden Untersuchungen gegen Donald Trump.

Der Aktienkurs des SPACs sei der Washington Post zufolge seit seinem Höchststand im März in der vergangenen Woche um fast 75 Prozent eingebrochen. Die DWAC warnte, dass Trumps Unbeliebtheit und weitere Kontroversen, die seiner Glaubwürdigkeit schaden, dem Unternehmen weiter zusetzen könnte. Der Verlust in der ersten Jahreshälfte wird auf 6,5 Millionen US-Dollar beziffert.

(bme)