Tüftler entwickelt Lade-Roboter für Tesla-Fahrzeuge

Ein Raspberry Pi, eine Kamera, Sensoren, eine aufwendige motorisch betriebene Mechanik und fertig ist die automatische Stromtanke für einen Tesla.

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(Bild: Pat Larson (Screenshot))

Von
  • Oliver Bünte

Bastler und Tesla-Fahrer Pat Larson hat einen Lade-Roboter entwickelt, um sein Tesla Elektroauto in seiner Garage aufladen zu können, ohne selbst das Ladekabel der Wallbox anschließen und abstöpseln zu müssen. Larson bedient sich bei seiner Eigenbaulösung ausschließlich auf dem Markt einfach erhältlicher Komponenten. Ein Raspberry Pi 4 dient zur Ansteuerung des Lade-Roboters.

Larsons Laderoboter ist wohl etwas für diejenigen Tesla-Fahrer, die allzu leicht vergessen, ihr Fahrzeug abends an den Strom zu hängen, um am nächsten Morgen wieder unbekümmert durchstarten zu können. Dafür hat der Tüftler eine aufwendige Mechanik an der Garagenwand auf der Seite des Ladeanschlusses seines Teslas installiert.

Fährt er mit seinem Fahrzeug in die Garage, öffnet sich automatisch die Ladeklappe des Fahrzeugs. Larson nutzt zur Ansteuerung die Tesla API, die auch die mobilen Apps verwenden. Er benutzt dazu jedoch einen Raspberry Pi, der die Öffnung der Klappe auslöst. Danach ermittelt der Roboter über eine Bilderkennung per Kamera die Position der offenen Ladeklappe. Dabei orientiert sich die Erkennung an dem blau leuchtenden Tesla-Symbol links neben der Ladeöffnung, wie Larson in seinem Video erklärt.

Über eine Kombination von einer elektromotorisch und mit einem starken Servo angetriebenen Schwenkmechanik positioniert der Roboter den Ladeadapter der Wallbox und schiebt ihn im richtigen Winkel in den Ladeanschluss. Eine Metallfeder hilft beim richtigen Sitz des Ladeadapters. Damit die Mechanik keine Schäden anrichtet, kontrolliert die Ansteuerung, ob sich etwa Gegenstände im Weg befinden. Zur Kollisionsvermeidung benutzt Larson Ultraschall-Abstandssensoren.

Der Entwickler des Laderoboters erklärt die Funktion.

Den Ladevorgang steuert der Roboter ebenfalls über die Tesla-API. So kann der Ladevorgang zu den Zeiten erfolgen, in denen Strom günstig angeboten wird – also nachts. Ist der Akku aufgeladen, signalisiert die API den Abschluss des Ladevorgangs und der Roboter entfernt das Ladekabel und die Ladeklappe wird geschlossen.

Wie das Video zeigt, benötigt der gesamte Vorgang einige Zeit. Größter Faktor dabei ist die aufwendige Erkennung des Ladeports am Fahrzeug und die Positionierung des Ladekabels über die motorisch betriebene Mechanik. Über die Kosten der Bauteile macht Larson keine Angaben.

Der Roboter befindet sich nach Angaben von Larson noch im Entwicklungsstadium, die Software müsse noch weiter optimiert werden.

Tesla selbst hatte 2015 einen Laderoboter in Form eines schlangenförmigen beweglichen Arms mit integriertem Ladeadapter vorgestellt. Offensichtlich sollte diese Variante alternativer Lade-Methoden wohl eher bei Fahrzeug-Flotten und weniger bei einzelnen Fahrzeugen von Privatverbrauchern angewendet werden. Ein weiteres Einsatzgebiet dieses Laderoboters wäre die automatische Strombetankung von autonomen Fahrzeugen, die selbstständig zum Laden fahren und dort "aufgetankt" werden. Tesla hatte 2017 außerdem ein Patent angemeldet, um einen Tesla über einen Ladeanschluss an der Unterseite aufladen zu können.

(olb)