Twitch-Leak: Einnahmen aller Streamer und Quellcodes veröffentlicht

Eine anonyme Gruppe hat 135 GByte interne Daten der Streamingplattform Twitch veröffentlicht. Das brisante Leak enthält auch die Summen, die Streamer einnehmen.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 318 Beiträge
Smartphone mit dem Twitch-Logo auf dem Bildschirm vor einem verschwommenen Hintergrund mit mehreren Monitoren.

(Bild: salarko/Shutterstock.com)

Von
  • Alexander Königstein

Auf einem Imageboard hat eine Gruppe Unbekannter mitgeteilt, dass sie Twitch "komplett" gehackt haben. In ihrem ersten Leak sollen sich fast 6000 Git-Repositories mit dem Quellcode der Mobil-, Desktop- und Konsolen-Apps von Twitch befinden. Die Daten enthalten darüber hinaus offenbar die Auszahlungen von Twitch an ihre Streamer.

"Die Community ist eine giftige Jauchegrube, daher wollen wir den Betrieb stören und die Konkurrenz im Online-Streaming-Markt fördern", erklären die Unbekannten ihre Motivation. Twitch hat sich bisher nicht zu dem Leak geäußert.

Die veröffentlichten Auszahlungsdaten reichen bis zum August 2019 zurück. Allein der Ordner "twitch_payouts" ist bereits 5 GByte groß. Anhand des "heise online"-Accounts konnten wir verifizieren, dass diese Daten stimmen.

Laut ersten Auswertungen verdient die Webserie "Critical Role", in der Dungeons & Dragons gespielt wird, am meisten. Die Einnahmen des in Deutschland ansässigen MontanaBlack88 betragen laut dem Datensatz zwischen August 2019 und Oktober 2021 rund 2,3 Millionen US-Dollar.

Die Livestream-Plattform Twitch gehört seit 2014 zu Amazon. Laut den internen Unterlagen arbeitet das Unternehmen an einer eigenen Vertriebsplattform für Spiele, die von Amazon Game Studios entwickelt wird. Unter dem Codenamen "Vapour" gibt es eine gleichnamige ZIP-Datei, die den aktuellen Source Code beinhalten soll.

Da es sich bei den bisher veröffentlichten Daten nur um den ersten Teil eines offenbar massiven Leaks handeln soll, empfehlen wir allen Twitch-Nutzern ihr Passwort zu ändern und das alte Passwort nicht mehr zu verwenden.

(ako)