Twitter API-Sperren: Tweetbot offensichtlich absichtlich betroffen

Tweetbot-Entwickler Paul Haddad will mit einem Versuch bewiesen haben, dass die Twitter-Sperren von Drittanbietern bewusst gewählt sind und kein Zufall.

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(Bild: Tada Images/Shutterstock.com)

Nachdem am Wochenende zahlreiche Drittanbieter keinen Zugang mehr zu Twitter hatten, wird immer deutlicher, dass es sich um keinen Zufall, sondern eine gewollte Sperre handelt. Einer der Entwickler von Tweetbot, einem viel genutzten Client, hat versucht, das mittels alter neuer API-Schlüssel zu beweisen.

Nachdem Tweetbot zunächst keinen Zugang mehr zu Twitter hatte, versuchte der Mitgründer Paul Haddad bisher ungenutzte Schlüssel zur Authorisierung zu verwenden und siehe da, der Client funktionierte offensichtlich (zumindest in Teilen) wieder. Kurz darauf jedoch postete Haddad bei Mastodon, dass auch diese API-Zugänge nun dicht seien, was seiner Meinung nach eben der Beweis ist, absichtlich und gezielt abgekapselt worden zu sein. Dabei beschwert er sich auch, dass es nicht mal einen Hauch an Kommunikation zu den Vorgängen gegeben hätte. "Auf zu kleineren, aber grüneren Weiden." Ein Nachsatz, der wohl auf Mastodon hindeuten dürfte – da Haddad eben auch dort die Informationen teilte. Zurzeit entwickelt Haddad die App Ivory – einen an Tweetbot angelehnten Mastodon-Client, der sich in der Betaphase befindet.

Bereits seit Donnerstag sind die Clients mehrerer Drittanbieter-Apps gesperrt – neben Tweetbot auch Twitterific und Fenix. Zunächst gab es keinerlei Begründung und Erklärung seitens Twitter. Das ist nicht zuletzt verwunderlich, erklärt Neuchef Elon Musk sich und seine Vorhaben doch bisher ausgesprochen gerne und ausführlich in Tweets – und lässt bisweilen sogar über das Vorgehen abstimmen.

Die Vermutung, dass es sich um keinen Zufall oder technische Probleme handelt, lag recht schnell auf dem Tisch. Dann bestätigte auch ein Mitarbeiter von Twitter der Nachrichtenseite The Information, dass es gewollt sei. Zudem solle bei Twitter an einer Erklärung beziehungsweise einem Dialog mit den Betroffenen gearbeitet werden – Erscheinungszeitpunkt völlig unklar.

Auch vor der Übernahme durch Musk war Drittanbietern kurzfristig mal der Zugang zu Twitter gesperrt worden. Twitter möchte seit jeher, dass die eigene App genutzt wird. In der Übersicht und Ordnung von Tweets haben jene Anwendungen von anderen aber oftmals mehr zu bieten. Twitter hatte nur einst das Tweetdeck übernommen und als Dienst angeboten – damit lassen sich etwa Themenschlangen anlegen.

(emw)