Twitter: API bereinigt und grunderneuert

Die Twitter-Entwickler hatten das Release im Juli aus Sicherheitsgründen verschoben – nun ist die API öffentlich, sie soll künftig die getrennten APIs vereinen.

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(Bild: InFootage.com/Shutterstock.com)

Von
  • Silke Hahn

Zum ersten Mal seit 2012 haben die Twitter-Entwickler die Twitter-API rundum erneuert. Die neue API hat ein neues Grundgerüst erhalten und soll zahlreiche Features umfassen, die Entwickler schon seit längerem vermisst hatten. Neu sind zum Beispiel das Threading von Unterhaltungen, die Ausgabe von Umfrageergebnissen über Twitter, das Anpinnen von Tweets an Profile, Spamfilter, neue Streamfilter und die Einführung von Search Query Language (SQL).

Twitter plant laut Blogeintrag, in Kürze erste neue Endpunkte im Early-Access-Stadium zugänglich zu machen. Funktionalitäten rund um das Streamen von Tweets in Echtzeit, das Analysieren vergangener Unterhaltungen, das Messen der Performance von Tweets und das Aufspüren wichtiger Ereignisse sollen den Anfang machen.

Während die API in der Vergangenheit streng dreigeteilt war für die Plattformen Standard, Premium und Enterprise (die letzten beiden waren kostenpflichtig), sollen Entwickler nun über eine einzige API mehrere Zugangsarten ansteuern können, statt wie bisher für drei unterschiedliche APIs getrennt zu entwickeln. Das umständliche Migrieren von Code dürfte dadurch entfallen, und künftig sollen alle Entwickler von einer API aus arbeiten können. Die neue API soll im fortgeschrittenen Stadium voraussichtlich die drei bestehenden APIs ersetzen. Das Release hatte sich wegen Sicherheitsproblemen Mitte Juli um fast einen Monat verschoben.

Flankierend zur Veröffentlichung der neuen API hat das Twitter-Team ein neues Entwicklerportal erstellt, in dem ein digitaler Lotse als Onboarding Wizard Anfänger beim Einstieg unterstützt. In dem neuen Portal lassen sich Apps verwalten, der Umgang mit der API erlernen, und Nutzer finden hier auch Zugang zur Dokumentation und zum Support Center.

Im Zuge der Änderungen schneidet Twitter auch seine Produktpalette neu zu und bietet künftig die drei Tracks Standard, Academic Research und Business an, die sich hinsichtlich Zugriffsrechten und Preisgestaltung unterscheiden. Den Anfang macht das Standardmodell. Entwicklern, die sich "just for fun", für eine gemeinnützige Sache oder zu Lernzwecken mit der Twitter-API beschäftigen, dürfte die kostenlose Standardvariante genügen. Twitter plant, auch das Standardmodell in der Zukunft um einen "Elevated Access" zu erweitern.

Insbesondere die Nutzung von Twitter als Datenpool für die Wissenschaft steht laut Herausgebern im Fokus des neuen Release. Einige Anwendungsbereiche benennt das Twitter-Team im Ankündigungsbeitrag seines Blogs: So sollen Wissenschaftler Twitter leichter nutzen können, um unter anderem die gesellschaftlichen Auswirkungen von Flutkatastrophen und Klimawandel oder Hassrede und mögliche Gegenmittel zu erforschen. Akkreditierte Wissenschaftler, die die Twitter-API nutzen, um Forschung zu betreiben, sollen künftig Zugang zu für sie relevanten Endpunkten erhalten. Für akademische Forschungszwecke hat das Unternehmen neue Tools und Leitfäden zur Nutzung der Plattform erstellt. Entwickler, die Twitter für geschäftliche Zwecke nutzen (einschließlich offizieller Geschäftspartner), können im neuen Modell künftig ebenfalls einen "Elevated" oder "Custom Access" erhalten.

Weitere Details lassen sich der Ankündigung im Twitter-Blog entnehmen. Wer sich für einen Early Access für Entwickler interessiert, kann sich darüber im Twitter Developer Portal informieren. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, kann sich auf einem öffentlich einsehbaren Trello-Board über die Plattform-Roadmap des Twitter-Teams informieren.

(sih)