In eigener Sache: heise online zieht auf eigene Mastodon-Instanz

Das Chaos bei Twitter hält an und die Mastodon profitiert weiter. Heise Medien betreibt in dem Fediverse-Netzwerk nun eine eigene Instanz.

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Mastodon auf dem Smartphone

(Bild: davide bonaldo/Shutterstock.com)

Heise Medien betreibt jetzt mit social.heise.de eine eigene Instanz der Twitter-Alternative Mastodon im sogenannten Fediverse. Darauf werden nicht nur die hauseigenen Medien wie heise online oder das c't Magazin aktiv sein, auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verlags können künftig Accounts anlegen. Am Freitag ist dafür das Konto @heiseonline von der Instanz mastodon.social auf social.heise.de umgezogen.

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Mit über 40.000 Followern gehört der Account zu den größten der Medienlandschaft insgesamt, mehr hat nur @tazgetroete@mastodon.social der "Tageszeitung" mit rund 42.000. Die meisten dieser Accounts gehen auf das Chaos bei Twitter nach der Übernahme durch Elon Musk zurück, woraufhin viele nach einer Alternative gesucht haben. Eine eigene Instanz betreibt bereits die Tageszeitung "Der Standard" aus Österreich.

Bis zum Herbst waren heise online und die anderen Marken von Heise Medien auf Mastodon nicht aktiv. Es existierte lediglich der Account auf mastodon.social, der aber keine Inhalte teilte. Anfang November wurde der in Betrieb genommen und seitdem manuell befüllt. Dabei hat sich gezeigt, dass über Mastodon trotz der deutlich geringeren Zahl an Followern fast genau so viele Besucher und Besucherinnen auf heise online kommen wie über Twitter. Für heise online und heise Security gab es vorher schon – so wie für viele andere Medien auch – von Dritten betreute Konten, die automatisiert Links zu Artikeln teilen.

Die Twitter-Alternative Mastodon wird seit 2016 entwickelt und verzeichnete immer dann Wachstumsschübe, wenn die Unzufriedenheit auf und mit Twitter besonders stark war. So groß und anhaltend wie nach Musks Übernahme von Twitter war aber bislang keine dieser Wellen. Zwar ist die Plattform in absoluten Zahlen noch immer deutlich kleiner als Twitter, weil aber viele besonders aktive Nutzer und Nutzerinnen wechseln, ist dort inzwischen merklich mehr los. Nachdem sich das Wachstum etwa in Deutschland abgeschwächt hat, sind zuletzt merklich mehr aus den USA hinzugekommen.

Mastodon ist Teil des Fediverse (aus "Federation" und "Universe"), einer Sammlung von dezentralen Diensten, die sich zusammengeschlossen haben und Inhalte austauschen. Zusammen bilden sie ein Gegenmodell zu den stark abgegrenzten kommerziellen Plattformen wie Facebook und Twitter. Eine Grundlage der Plattform sind die sogenannten Instanzen, die zusammen das gesamte Netzwerk bilden und miteinander kommunizieren. Ein beliebter Vergleich ist die E-Mail: Sie können bei E-Mail-Provider A registriert sein und trotzdem Mails an Nutzer bei E-Mail-Provider B verschicken. Wer will, kann selbst solch eine Instanz betreiben und trotzdem Teil des föderierten Netzwerks sein.

(mho)