Twitter: Laut Musks Spam-Analyse wäre auch dessen Account ein Bot

Elon Musk und Twitter werfen sich weiterhin vor, mit falschen Zahlen zu Spam- und Fake-Accounts zu hantieren. Musk will das öffentlich debattieren.

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(Bild: Tada Images/Shutterstock.com)

In der Auseinandersetzung um die geplante Übernahme von Twitter hat der US-Milliardär Elon Musk den Twitter-Chef zu einer öffentlichen Debatte über den Anteil der Bot-Accounts auf der Plattform aufgefordert. Kurz zuvor hatte ihm das soziale Netzwerk vor Gericht vorgehalten, dass seine Schätzungen zur Zahl der Spam- und Fake-Accounts von einem unzuverlässigen Internetwerkzeug stammt, das sogar Musks eigenen Twitter-Account hin und wieder als Bot klassifiziert. Das will Musk so aber nicht stehen lassen und hat das Unternehmen aufgefordert, seine Zählmethoden zu beweisen. In diesem Fall könne das verabredete Geschäft wie geplant über die Bühne gehen.

Der Streit über die Frage, wie viele Accounts auf Twitter von echten Menschen und wie viele automatisiert betrieben werden, steht damit weiterhin im Zentrum der Auseinandersetzung zwischen dem Unternehmen und Musk. Zuletzt hat Twitter dem Milliardär vorgehalten, dass seine umstrittene Schätzung lediglich auf Zahlen eines Internetwerkzeugs basiere, das sogar Musks eigenen Account als "wahrscheinlich ein Bot" bezeichnet habe. Dabei handelt es sich um das sogenannte Botometer, das immer wieder zur Schätzung automatisierter Aktivitäten auf Twitter herangezogen wird. Musk verteidigte den Rückgriff auf das Werkzeug, berichtet ArsTechnica. Dabei hat er im Zuge der Übernahmeverhandlungen Zugriff auf den gigantischen "Firehose"-Datenstrom erhalten.

Elon Musk hat im April mitgeteilt, Twitter für rund 44 Milliarden Dollar kaufen zu wollen. Zuerst kündigte Twitter an, sich dagegen wehren zu wollen, dann hatte der Dienst den Widerstand aber aufgegeben. Beide einigten sich auf eine Übernahmevereinbarung. Wenige Wochen später machte Musk aber einen Rückzieher. Seitdem versucht er, die Übernahme abzublasen.

Inzwischen kämpft jetzt Twitter darum, den Deal abzuschließen, unter anderem, weil der Aktienpreis inzwischen deutlich unter den von Musk gebotenen Preis gefallen ist. Musk hält dem Dienst vor, die Zahl von Spam- und Fake-Accounts deutlich zu untertreiben, Twitter widerspricht dem. Das Unternehmen weist nun unter anderem darauf hin, dass bestimmte Bots auf der Plattform explizit erlaubt sind, etwa solche, die über Erdbeben oder das Wetter informieren.

(mho)