Twitter: Millionenschwere Vergleichszahlung verhagelt die Bilanz

Twitter hat seinen Umsatz durch steigende Anzeigeumsätze erhöht. Eine Vergleichszahlung reißt das Unternehmen jedoch ins Minus.

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(Bild: InFootage.com/Shutterstock.com)

Von
  • Oliver Bünte

Twitter hat im dritten Geschäftsquartal 2021 eine Umsatzsteigerung von 37 Prozent auf 1,28 Milliarden US-Dollar, etwa 1,1 Milliarden Euro, hingelegt. Wie der Mikro-Blooging-Dienst am Dienstag mitteilte, spielten dem Unternehmen deutlich angestiegene Anzeigeerlöse in die Karten. Unterm Strich macht Twitter jedoch einen Verlust, wegen einer Vergleichszahlung von 766 Millionen Dollar.

Twitter-Chef Jack Dorsey zeigte sich angesichts der um 41 Prozent gestiegenen Anzeigenumsätze in Höhe von 1,14 Milliarden Dollar im dritten Quartal zufrieden. Er sei stolz auf das gute Ergebnis. Die verbesserte Personalisierung und die Konversation sowie das Auffinden relevanter News hätten dazu beigetragen. Außerdem habe Twitter Menschen dabei geholfen, auf Twitter bezahlt zu werden, sagte Dorsey. Die Umsätze aus Datenlizenzen und weiteren Einnahmequellen belaufen sich auf 143 Millionen Dollar, im Jahresvergleich eine Steigerung um 12 Prozent.

In den USA haben die Umsätze um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 742 Millionen Dollar zugelegt, im Ausland beträgt die Steigerung 28 Prozent (währungsbereinigt 27 Prozent) auf 542 Millionen Dollar.

Deutlich zugenommen hat die Anzahl der täglich aktiven Nutzer. Der durchschnittlich monetarisierbare Nutzer (mDAU) habe im dritten Quartal die Marke von 211 Millionen erreicht, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal von 13 Prozent.

Doch unter dem Strich muss Twitter insgesamt einen deutlichen Verlust von 536,8 Millionen Dollar hinnehmen. Der Verlust enthält eine Vergleichszahlung in Höhe von 766 Millionen Dollar, die Twitter aufwenden musste, um eine 2016 eingereichte Sammelklage von Investoren in einem Vergleich abzuwenden. Insgesamt sollen knapp 810 Millionen Dollar bis zum Jahresende fließen. Twitter hatte falsche Angaben zum Wachstum gemacht und damit die Anleger getäuscht. Ohne diese Belastung wäre der Betriebsgewinn besser ausgefallen. Rund 56 Millionen Dollar hätten dann in den Büchern gestanden.

Die Anleger goutierten aber Twitters Umsatzwachstum im abgelaufenen dritten Quartal. An der Börse zog der Kurs nach einem vorübergehenden Tief am Dienstag im Laufe des Mittwochmorgens an und erreichte 54,71 Euro pro Aktie, liegt aber damit deutlich unter den 57,91 Euro, die ein Twitter-Papier noch vor einer Woche erzielt hatte.

(olb)