Twitter: Elon Musk ist zum Kauf der Plattform auf andere Aktionäre angewiesen

Elon Musk sei sich zwar nicht sicher, ob er Twitter tatsächlich kaufen könne, "technisch gesehen" habe der reichste Mann der Welt allerdings die nötigen Mittel.

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(Bild: Kathy Hutchins/Shutterstock.com)

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Der Tesla-Chef Elon Musk ist bei dem Kauf des Kurznachrichtendienstes Twitter darauf angewiesen, dass genug Anteilseigner ihm ihre Aktien zum Angebotspreis von 54,20 Dollar abtreten. Musk selbst räumte Zweifel ein. "Ich bin nicht sicher, dass ich tatsächlich in der Lage sein werde, es zu kaufen", sagte er bei einem Konferenzauftritt.

Er habe "technisch gesehen" die nötigen Mittel, um den über 40 Milliarden Dollar schweren Deal durchzuziehen, betonte der 50-Jährige. Musks Vermögen wird vom Finanzdienst Bloomberg auf Basis jüngster Aktienkurse auf 251 Milliarden Dollar geschätzt. Twitter will sich laut Medienberichten zur Wehr setzen.

Musk hatte bereits in den vergangenen Wochen einen Anteil von 9,2 Prozent an Twitter gekauft und ist damit zum größten Aktionär der Plattform geworden. Kurz danach hieß es, der Milliardär werde in den Verwaltungsrat von Twitter aufsteigendieses Vorhaben verwarf Musk jedoch schnell wieder. Eine fehlende Zustimmung der Aktionäre sei der dpa zufolge die große Hürde. Twitter hat neben dem Streubesitz mehrere Finanzinvestoren als große Anteilseigner, die jeweils zwischen zwei bis acht Prozent der Anteile halten. Es würde also nicht reichen, nur wenige Großaktionäre vom Verkauf zu überzeugen. Ein wichtiger Anteilseigner, der saudische Prinz Alwaleed bin Talal, erteilte Musk bereits öffentlich eine Absage.

Twitter teilte zunächst nur mit, man prüfe das Angebot, um im besten Interesse der Firma und der Aktionäre zu handeln. Das Medium The Information hingegen schrieb, der Verwaltungsrat von Twitter wolle kämpfen. Falls Musk bei Twitter eine Aktienmehrheit erreichen würde, wolle der Dienst sich mithilfe sogenannter Giftpillen (Poison Pills) gegen die Übernahme zur Wehr setzen. Das schreibt auch die Nachrichtenagentur Bloomberg .

Twitter würde dann etwa neuere günstigere Aktien an andere Aktionäre vergeben – diese würden dann den Anteil eines Angreifers wie Musk verwässern. Der Milliardär hingegen schrieb, dass der Preis sein letztes Angebot sei. Scheitere er mit dem Übernahmeversuch, müsse er sein Engagement bei Twitter überdenken. "Das ist keine Drohung, es ist einfach keine gute Investition ohne die Änderungen, die gemacht werden müssen", schrieb Musk dazu.

Bei seinem Auftritt auf der TED-Konferenz am 14.04. gab Musk an, dass es ihm bei dem Kaufversuch nicht ums Geldverdienen gehe, sondern darum, mit Twitter eine Plattform für Redefreiheit zu etablieren. Er vertrat die Auffassung, dass im Rahmen der Gesetze alle Ansichten erlaubt sein müssten.

Twitter und andere Online-Netzwerke gaben sich – auch auf Druck aus der Politik – Regeln, die beim Umgang mit kontroversen Inhalten über die Vorgaben der Gesetze hinausgehen. So gingen sie in der Corona-Pandemie gegen die Verbreitung falscher und zweifelhafter Informationen zum Virus und Impfstoffen vor.

(mack)