Twitter beginnt mit Entlassungen

Wie erwartet hat Twitter mit ersten Entlassungen begonnen. Neu-Chef Elon Musk beklagt sich unterdessen über einen Exodus der Werbekunden.

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(Bild: Shutterstock)

Von
  • Volker Briegleb

Am Freitagnachmittag (MEZ) hat die erwartete Entlassungswelle beim Kurznachrichtendienst Twitter begonnen. Erste betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berichten auf sozialen Medien, dass sie ihre Kündigung erhalten haben. Berichten zufolge erhalten die Betroffenen noch bis Anfang Februar 2023 ihr Gehalt, werden aber von der Arbeit freigestellt. Ihre Zugänge zu Büros und Computern wurden gesperrt.

Twitter hat die Entlassungen und deren Umfang bisher nicht bestätigt. In einer von US-Medien veröffentlichten internen Nachricht waren die rund 7500 Angestellten von Twitter auf bevorstehende Entlassungen vorbereitet worden. Demnach bleiben die Büros geschlossen und die Betroffenen sollen am heutigen Freitagnachmittag per E-Mail informiert werden. Medienberichten zufolge könnte es rund die Hälfte der gesamten Belegschaft treffen.

Unbestätigten Berichten zufolge wurde ein Forschungsteam entlassen, das für Twitter an einer ethischen Künstlichen Intelligenz arbeitete. Auch das PR- und Kommunikationsteam soll bis auf wenige Positionen zusammengestrichen worden sein. Zudem ist von Entlassungen bei Moderatoren, Marketing und dem Team für politische Beziehungen zu hören. Erste Angestellte waren bereits Anfang der Woche kurzfristig entlassen worden und haben inzwischen eine Sammelklage gegen Twitter eingereicht.

Unterdessen hat der neue Twitter-Chef Elon Musk, der sich auf seinem Twitter-Profil derzeit als "Twitter Complaint Hotline Operator" ausweist, offenbar bereits weitere Sparmaßnahmen in die Wege geleitet. Musk habe die Mitarbeiter angewiesen, bis zu einer Milliarde US-Dollar jährlich bei der technischen Infrastruktur einzusparen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Das mit "Tiefe Einschnitte" betitelte Programm solle nach Einsparpotenzial von bis zu 3 Millionen US-Dollar täglich suchen.

Das entspreche etwa der Summe, die Twitter derzeit täglich an Verlust mache, heißt es bei Reuters weiter unter Berufung auf interne Dokumente und Nachrichten. Einschnitte bei der Infrastruktur könnten neben Cloud-Diensten von Google auch die Server-Kapazitäten betreffen, die Twitter derzeit noch für Verkehrsspitzen bereithält. Das könnte die Funktion der Plattform bei besonders verkehrsstarken Events beeinträchtigen.

Musk hat sich auf seinem eigenen Kurznachrichtendienst unterdessen über einen "massiven Umsatzeinbruch" beklagt, nachdem einige große Unternehmen ihre Werbung ausgesetzt haben. Am Freitag zog auch der deutsche Volkswagen-Konzern vorerst seine Werbung von Twitter zurück. Musk machte dafür "Aktivistengruppen" verantwortlich, die Druck auf Werbekunden ausübten.

(vbr)