Twitter löscht nach Umsturzversuch über 70.000 Konten

Twitter versucht, aufzuräumen. Nach dem US-Umsturzversuch hat Twitter mehr als 70.000 QAnon-Konten gelöscht und seine Regeln verschärft.

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Trumps inzwischen gelöschter Twitter-Auftritt in einer Archivaufnahme

(Bild: screenshot)

Von
  • Daniel AJ Sokolov

Seit Freitag hat Twitter mehr als 70.000 Konten dauerhaft gelöscht, die überwiegend für die Verbreitung von QAnon-Propaganda genutzt wurden. Damit reagiert Twitter auf den Umsturzversuch in der US-Hauptstadt Washington, DC, vom vergangenen Mittwoch. Oft hatten einzelne Nutzer mehrere solcher Konten eingerichtet, so dass die Zahl der Betroffenen Nutzer geringer ist.

Das hat Twitter am Montag mitgeteilt. Durch die Schließung dieser Konten haben einschlägige Twitter-User Follower verloren. Manche Republikaner haben gleich tausende Follower weniger. Der Mikroblogging-Dienst hat außerdem sein Verbot "koordinierter schädlicher Aktivitäten" aktualisiert. Das Update der Übersetzung ins Deutsche steht zur Stunde noch aus.

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Facebook löscht unterdessen Beiträge, die den Begriff "Stop the Steal" verwenden. Unter diesem Slogan wird die Phantasie eines großen Wahlbetrugs in den USA als Tatsachenbehauptung verbreitet.

Bereits Montagmorgen hatten 30 Polizisten den Eingang zum Twitter-Hauptquartier in San Francisco bewacht. Anlass waren Aufrufe in einem Donald-Trump-Fanforum, vor dem Gebäude gegen den Ausschluss des Präsidenten von Twitter zu demonstrieren. Eine Frau ist dem Aufruf gefolgt und dann mit einem selbst gemalten Schild auf dem Gehsteig gestanden.

Das berichtet The Verge. Demnach sind auch zwei Gegendemonstranten mit selbst gemalten Schildern gekommen. Sie unterstützen den Ausschluss Donald Trumps von dem Mikroblogging-Dienst. Eine Gegendemonstrantin kritisiert allerdings, dass Twitter seinen prominentesten Nutzer nicht schon früher gesperrt hat. Das Twitter-Gebäude selbst ist leer; die Belegschaft arbeitet aufgrund der Coronavirus-Pandemie von zu Hause aus.

(ds)