Twitter testet Funktion: Erst lesen, dann retweeten

Der Kurzmitteilungsdienst will sichergehen, dass Nutzer von dem wissen, was sie weiterleiten.

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Über 7000-mal wurde ein Tweet retweetet. Ob der dahinterstehende Artikel auch gelesen wurde, ist nicht gewiss.

(Bild: Twitter)

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Twitter testet eine neue Funktion, mit der die Nutzer zum Lesen eines Artikels animiert werden, bevor sie ihn mit einem Retweet an andere Anwender verteilen. "Um eine informierte Diskussion zu fördern, testen wir eine neue Eingabeaufforderung auf Android", heißt es in einem Tweet der Twitter-Kundenbetreuung.

"Wenn Sie einen Artikel retweeten, den Sie noch nicht auf Twitter geöffnet haben, fragen wir Sie vielleicht, ob Sie ihn zuerst öffnen möchten." Ob und wann die Funktion flächendeckend und auch für iPhone-Nutzer eingeführt wird, teilte das Unternehmen nicht mit. Auch ging der Twitter-Support nicht auf Fragen von Nutzern ein, wie das Unternehmen mit Artikeln umgehe, die beispielsweise hinter einer Paywall stecken.

Twitter bemüht sich seit geraumer Zeit, die Qualität der Diskussionen auf der Plattform zu verbessern. Dazu gehört auch, dass bestimmte Statements einem Faktencheck unterworfen oder mit Warnhinweisen versehen werden.

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Davon war zuletzt auch mehrfach US-Präsident Donald Trump betroffen. So unterzog Twitter einen Tweet von Trump, in dem er behauptete, Briefwahl erhöhe das Risiko von Wahlfälschung, einem Faktencheck. Trumps Aussage wurde darin als falsch eingeordnet. Auch versteckte Twitter einen Tweet von Trump zu Plünderungen in US-Städten hinter einem Warnhinweis, weil er gegen das Verbot von Gewaltverherrlichung auf der Plattform verstoße. Der Twitter-Account "Will they suspend me?", unter dem ein Nutzer seit Ende Mai testet, was passiert, wenn Trumps Tweets wortgleich an anderer Stelle unter anderem Namen erscheinen, wurde nach diesem Tweet vorübergehend gesperrt. (mit Material der dpa) /

(anw)