Twitter testet neue Funktion: "Safety Mode" soll Hate Speech eindämmen

Ein "Safety Mode", der gerade einen Test durchläuft, soll vor Beleidigungen durch andere Leute auf Twitter schützen – durch automatisiertes Blockieren.

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(Bild: Koshiro K/Shutterstock.com)

Von
  • Marie-Claire Koch

Twitter testet einen Sicherheitsmodus, den zunächst ausgewählte Nutzerinnen und Nutzer einschalten können, um sich vor unerwünschten Kommentaren zu schützen. Bei Verwendung der Funktion sollen automatisch störende Konten blockiert werden, wenn sie Tweets mit Beleidigungen oder hasserfüllte Bemerkungen senden. Ziel der Funktion sei es laut Twitter, "störende Interaktion" zu verringern. Die beleidigenden Accounts werden dann vorübergehend für sieben Tage blockiert.

Sobald die Funktion in den Einstellungen aktiviert wird, bewerten Twitters Systeme die Wahrscheinlichkeit für negative Reaktionen für den Tweet des Nutzers. Das passiert, indem sowohl der Inhalt des Tweets als auch die Beziehung zwischen Verfasser und der antwortenden Person berücksichtigt werden. Konten, denen der Verfasser des ursprünglichen Tweets folgt oder mit denen er häufig interagiert, sind von dieser Regelung ausgenommen und werden nicht automatisch blockiert.

Nutzer können jederzeit die im Sicherheitsmodus markierten Tweets einsehen und fälschlicherweise durchgeführte Blockierungen anderer Accounts rückgängig machen. Die vom Nutzer durchgeführten Korrekturen, wenn ein Account etwa nicht hätte blockiert werden sollen, will Twitter zwecks Systemoptimierung evaluieren. Bevor der Sicherheitsmodus endet, sendet der Dienst zudem eine Benachrichtigung, die eine Zusammenfassung der stattgefundenen Aktionen enthält. Der Sicherheitsmodus kann jederzeit in den Einstellungen deaktiviert werden.

Sicherheitsmodus bei ausgewählten Nutzern aktivierbar

(Bild: Twitter)

In einem Blogeintrag von Twitter heißt es, dass die Plattform seine Nutzerinnen und Nutzer vor Hate Speech und Beleidigungen schützen will. Für das neue System arbeite man auch mit Experten aus den Bereich Online-Sicherheit und psychische Gesundheit zusammen. Die von Twitter konsultierten Experten sollen auch an der Auswahl der Feedbackgruppe beteiligt gewesen sein. Zuerst startet der Test in den iOS- und Android-Apps und in der Web-Version auf Twitter.com für Konten, bei denen die englische Sprache eingestellt ist.

Neben dieser Neuerung gibt es jetzt auch die Funktion "Super Follow", die allerdings zunächst nur für ausgewählte iOS-Nutzer in Kanada und den USA eingeführt wird. Twitter testet außerdem den Up- und Down-Vote von Beiträgen, wobei die Down-Votes nur dem Nutzer selbst sichtbar sind und an der Reihenfolge, in der die Tweets angezeigt werden, nichts ändere.

(mack)