Twitter testet neue Funktion für Entfernung unliebsamer Follower

Aktuell probiert Twitter eine Funktion zur Verwaltung von Follower-Listen aus. Zuvor konnten unliebsame Zeitgenossen nur durch Blockieren entfernt werden.

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Twitter-App auf einem Handy-Bildschirm

(Bild: Koshiro K/Shutterstock.com)

Von
  • Marie-Claire Koch

Twitter testet in seiner Webversion derzeit eine freundlichere Möglichkeit, einzelne Follower zu entfernen. Bislang konnte man Follower lediglich blockieren. Damit erprobt Twitter eine von mehreren geplanten Funktionen, die vor allem Personen mit weniger Datenschutzkenntnissen zu mehr Aktivität ermutigen sollen.

Einzelne Follower, von denen man keine Reaktionen mehr erhalten möchte, lassen sich in der Follower-Liste rechts neben der Folgen-Schaltfläche über das Dreipunkt-Menü des jeweiligen Nutzers entfernen. Alternativ kann im Profil des unerwünschten Accounts ebenfalls oben rechts im Dreipunkt-Menü die Entfern-Option ausgewählt werden.

Eine komplette Zugriffssperre auf eigene Tweets für ausgewählte Dritte ist allerdings nicht möglich. Twitter-Nutzer müssen sich entscheiden, ob sie ein öffentliches oder privates Profil haben möchten. Ist das Profil öffentlich, können auch "entfolgte" Dritte darauf zugreifen, jedenfalls wenn sie sich aus Twitter ausloggen.

Zuvor konnte man andere Twitter-Nutzer nur blockieren. Oft bleibt dies nicht unbemerkt, denn ein im Profil stehender Text weist auf die Blockierung hin: "Du kannst @MaxMustermann nicht mehr folgen und die Tweets von @MaxMustermann nicht sehen, da du blockiert wurdest." Außerdem sind die Tweets von Blockierenden nicht mehr sichtbar. Dies führt immer wieder zu Irritationen, weil sich die blockierte Person zurückgewiesen fühlt.

Eine interne Umfrage des Kurznachrichtendienstes ergab, dass viele Twitter-Nutzer nicht einmal die grundlegenden Privatsphäre-Einstellungen kennen, berichtet Bloomberg. Diese Anwender würden weniger Aktivität zeigen, da sie unsicher sind und nicht wissen, was andere über sie sehen können.

Aktuell testet eine Nutzergruppe einen "Safety Mode" Twitters, der zum Schutz vor Hassrede eingeschaltet werden kann. Beleidigende Accounts werden dabei vorübergehend blockiert. Um unangenehmen oder gar schädlichen Situationen entgegenzuwirken und den Nutzern mehr Privatsphäre zuzugestehen, arbeitet Twitter an weiteren Neuerungen.

Laut Bloomberg plant Twitter ein neues Privatsphäre-Konzept. Demzufolge können Konversationen bald verlassen werden. Bisher lag dies in der Hand des Tweet-Erstellers, der Personen seiner Wahl über eine Erwähnung in die Unterhaltung einbezog. Eine Möglichkeit, aus der Konversation auszutreten, gab es bislang nicht. In der Vergangenheit ist es bereits passiert, dass ältere Tweets negativ auf den Verfasser zurückgefallen sind.

Eine geplante Archivierungsfunktion soll dafür sorgen, dass Tweets nach einer bestimmten Zeit ausgeblendet werden. Außerdem soll bald nicht mehr für jeden einsehbar sein, welche Tweets man gelikt hat.

(mack)