US-Geheimdienst soll ins chinesische Telekommunikationsnetz eingedrungen sein

Peking wirft dem US-Auslandsgeheimdienst NSA vor, sich Zugang zu chinesischen Telekommunikationsnetzen verschafft und diese kontrolliert zu haben.

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(Bild: JARIRIYAWAT/Shutterstock.com)

Mitarbeiter vom US-Geheimdienst NSA sollen sich die Kontrolle über Teile des chinesischen Telekommunikationsnetzes verschafft haben. Dies berichtet die chinesische, staatlich unterstützte Zeitung Global Times am Donnerstag. Demnach habe sich die NSA über einen E-Mail-Phishing-Angriff auf eine staatlich mitfinanzierte Universität Zugriff verschaffen können.

Peking sieht die Abteilung für Cyber-Kriegsführung der USA, namentlich den US-Auslandsgeheimdienst NSA, als Angreifer, geht aus dem Bericht der Global Times hervor. Bereits im Juni 2022 war ein Phishing-Angriff auf Angehörige der Northwestern Polytechnical University bekannt geworden. Lehrkräfte und Studenten sollen damals E-Mails mit Trojanern erhalten haben, über die an persönliche Daten gelangt werden sollte.

Der NSA soll es nach Angaben der Global Times darüber gelungen sein, Fernzugriff auf die Kernnetzwerke der Universität und einen Zugang zu den Telekommunikationsbetreibern erlangt zu haben, heißt es in dem Bericht. Dabei seien sensible Daten, unter anderem Netzwerkkonfigurationen, Netzwerkverwaltungsdaten und Betriebsdaten, erbeutet worden. Wie die Angreifer im Detail vorgegangen sind und von dem Netz der Universität den Zugriff auf Teile des chinesischen Telekommunikationsnetzes erlangen konnten, verrät die Global Times nicht. Eine Analyse der Malware hätte aber ergeben, dass der Angriff auf das Data Reconnaissance Bureau der Informationsabteilung der US-amerikanischen NSA zurückgehe.

Welche Telekommunikationsbetreiber konkret betroffen waren, geht aus der chinesischen Quelle nicht hervor. Das chinesische Telekommunikationsnetz befindet sich allerdings weitgehend in den Händen von den drei großen Betreibern China Mobile, China Unicom und China Telecom, sodass mutmaßlich einer oder mehrere dieser Betreiber betroffen sein könnten.

Bloomberg hat nach Bekanntwerden eine Anfrage beim US-Auslandsgeheimdienst NSA gestellt. Diese sei noch unbeantwortet, eine Stellungnahme steht also noch aus.

Die USA und China werfen sich in den letzten Jahren immer wieder gegenseitig Wirtschaftsspionage und allgemein das Eindringen in Netze und Ausspähen von Daten vor. China beschuldigt dabei zunehmend staatliche Stellen der USA als Angreifer.

(olb)