US-Geheimdienste suchen nach dem Ursprung des Coronavirus

Nach wie vor ist nicht geklärt, wo SARS-CoV-2 seinen Ausgang nahm. US-Präsident Joe Biden will in 90 Tagen mehr darüber Bericht erstattet bekommen.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 448 Beiträge

(Bild: WHO)

Von
  • Andreas Wilkens

US-Präsident Joe Biden hat den Geheimdiensten seines Landes 90 Tage Zeit gegeben, nach dem Ursprung des Coronavirus (SARS-CoV-2) zu forschen. Danach sollen sie ihm Bericht erstatten, heißt es in einer Erklärung des Weißen Hauses.

Bereits Anfang 2020 habe er die US-Gesundheitsbehörde CDC aufgefordert, in China nach dem Virus zu forschen, um es besser bekämpfen zu können, erklärte Biden. Das sei versäumt worden. Kurz nach seinem Amtsantritt im Januar dieses Jahres habe er die nationalen Sicherheitsberater zu einer Analyse der Ursprünge des Virus aufgefordert. Dabei sei es unter anderem um die Frage gegangen, ob das Virus von einem Tier auf einen Menschen übergegangen oder einem Labor entkommen sei.

Anfang Mai habe er einen Bericht dazu erhalten, darin sei von "zwei wahrscheinlichen Szenarien" die Rede, aber noch kein letztgültiger Schluss, dafür lägen noch nicht ausreichend Informationen vor. Nun sollen die Geheimdienste ihre Anstrengungen verstärken und auch "Fragen zu China" klären. Die USA wollten dabei mit anderen Ländern zusammenarbeiten, China zu vollständiger, transparenter, evidenzbasierter Untersuchung teilzunehmen anhalten und Zugang zu allen relevanten Daten und Beweisen zu ermöglichen.

Das Coronavirus hat nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO mittlerweile fast 3,5 Millionen Menschen getötet. Die Uni Seattle geht nach ihrem Berechnungsmodell von 7,5 Millionen Toten aus. Der Ursprung des Virus ist immer noch rätselhaft. Vor kurzem unterstützten 18 prominente Biologen – darunter der weltweit führende Coronavirus-Forscher – die Forderung nach einer neuen Untersuchung aller möglichen Ursprünge des Virus. Chinas Laboratorien und Behörden müssten "ihre Unterlagen für unabhängige Analysen öffnen".

Im Januar und Februar dieses Jahres hatte ein Team aus 17 chinesischen und 17 internationalen Experten im chinesischen Wuhan eine gemeinsame umfangreiche Studie zum Ursprung des Coronavirus durchgeführt. Laut WHO-Bericht (PDF) dazu ergaben sich Hinweise, dass die Pandemie von dort ausging, aber nicht unbedingt vom dortigen Nassmarkt Huanan. Der Ausbruch könne im Zeitraum zwischen Ende September und Anfang Dezember 2019 geschehen sein. Ein möglicher bis wahrscheinlicher Weg sei dabei die direkte Übertragung von einem Tier auf einen Menschen gewesen, ebenso durch Produkte in der Kühlkette bis zu dem Nassmarkt, sehr wahrscheinlich die Übertragung über einen Zwischenwirt. Als äußerst unwahrscheinlich stuften die Experten einen "Laborvorfall" ein.

(anw)