US-Justizministerium plant wohl Kartellverfahren gegen Apple

Wegen eines möglichen Monopols des App Store und anderer kritischer Punkte könnte es zur Anklage gegen den iPhone-Konzern kommen, heißt es aus Washington.

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Apple-CEO Tim Cook mit iPhone.

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Das US-amerikanische Justizministerium (Department of Justice, DOJ) steht offenbar kurz vor der Entscheidung, ein Kartellverfahren gegen den iPhone-Hersteller Apple einzuleiten. Die Behörde habe ihre Untersuchung beschleunigt und es gebe eine "zunehmende Wahrscheinlichkeit", dass es zu einer Anklage komme, schreibt der IT-Fachdienst The Information unter Berufung auf informierte Kreise.

Den Angaben zufolge gebe es aktuell zahlreiche Aktivitäten im Ministerium. Das DOJ befrage weiterhin Kunden von Apple, seine Konkurrenten sowie den Konzern selbst, um an Informationen zu gelangen. Dabei geht es stets um das Ökosystem des Konzerns, in dessen Mittelpunkt das iPhone und der App Store stehen. So soll es über den Sommer auch zahlreiche neue Vorladungen und Informationsersuchen gegeben haben.

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Gespräche soll es unter anderem mit Basecamp, dem Musikdienst Spotify, dem Dating-Anbieter Match Group sowie dem AirTags-Konkurrenten Tile. Apple ist nicht der einzige Kandidat für ein mögliches Kartellverfahren: Auch Google und sein Play Store werden überprüft, ebenso wie andere mächtige Internetkonzerne wie Facebook und Amazon.

Das DOJ soll mittlerweile deutlich mehr Leute in der Untersuchung gegen Apple beschäftigen, was als Zeichen für eine mögliche Anklage gilt. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen – die Zuständigen im Department of Justice warten noch auf eine abschließende Empfehlung der Hausjuristen.

Zuletzt hatte Apple ein Zivilverfahren von App-Anbietern außergerichtlich beigelegt und 100 Millionen US-Dollar gezahlt. Im Prozess zwischen Apple und Epic hatte Apple zunächst teilweise gewonnen, weil eine Bundesrichterin im App Store kein Monopol sah. Dennoch läuft nun die Berufung, weil Apple keine externen Bezahlmethoden erlauben will. Google hatte kürzlich die Chancen, selbst ein Verfahren wegen seines Play Store zu bekommen, etwas reduziert und dazu seine Provision für Bezahl-Apps, In-App-Verkäufe und Abos durch die Bank auf 15 Prozent gesenkt.

(bsc)