US-Justizministerium prüft Apple angeblich auf Lock-In-Mechanismen

Die Behörde befasst sich einem Bericht zufolge mit Apples Anmelde-Dienst und Regeln, die den Wechsel auf Geräte anderer Hersteller erschweren.

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Mit Apple anmelden
Von
  • Leo Becker

In den Fokus einer US-Kartelluntersuchung gegen Apple ist angeblich der Login-Dienst des iPhone-Konzerns gerückt: Das US-Justizministerium prüfe, ob es der Dienst "Mit Apple anmelden" sowie weitere App-Store-Regeln letztlich für Nutzer schwerer mache, auf Geräte anderer Hersteller umzusteigen, wie The Informationen unter Berufung auf zwei mit der Untersuchung vertraute Personen berichtet.

Die Integration von Apples Login-Dienst ist seit Sommer 2020 für Apps zwingend vorgeschrieben, die Nutzern bereits eine Anmeldung mit Social Logins wie Facebook Login oder Google Login anbieten. Entwickler hatten sich offenbar über die erzwungene Einführung bei der Behörde beschwert. Ein Apple-Sprecher erklärte gegenüber The Information, man habe bei der Umsetzung von "Mit Apple anmelden" den Input von Entwicklern berücksichtigt und "positives Feedback" erhalten. Der Dienst solle für Nutzer eine datensparsame Alternative zu anderen Social-Login-Diensten bereitstellen, so Apple.

Im Streit mit Epic Games um Fortnite sorgte "Mit Apple anmelden" bereits für Ärger: Nach dem Rauswurf von Epic aus Apples Entwicklerprogramm könne man den Dienst nicht weiter anbieten, warnte der Fortnite-Macher, der sich in einer großen juristischen Auseinandersetzung mit Apple befindet. Nach öffentlicher Aufregung und Verunsicherung bei Entwicklern hieß es nach wenigen Tagen, Apple habe eine unbefristete Verlängerung zur Verwendung des Login-Dienstes in Fortnite eingeräumt.

Neben möglichen Lock-In-Mechanismen untersucht das US-Justizministerium Berichten zufolge auch, die für den Verkauf digitaler Inhalte zwingend vorgeschriebene Verwendung von Apples Bezahlschnittstelle, die damit verknüpfte Provision sowie neuere Einschränkungen für Dritt-Apps rund um die Ortungsdienste – hier sehen sich manche Anbieter gegenüber Apples Diensten im Nachteil.

Die größten US-IT-Konzerne sind inzwischen in vielen Ländern ins Fadenkreuz der Regulierungsbehörde gerutscht, neben Apple auch Google, Facebook und Amazon. Gegen Google hat das US-Justizministerium jüngst schon eine Klage angestrengt, deren Ausgang auch für Apple relevant ist.. (lbe)