US-Kartelluntersuchung gegen Apple angeblich in Vorbereitung

Apples App-Store-Regeln sorgen auch in den USA für Verärgerung unter App-Anbietern. Eine Prüfung durch das US-Justizministerium scheint geplant.

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(Bild: dpa, Maja Hitij)

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Zusätzlich zu zwei Kartellverfahren in Europa droht Apple eine Wettbewerbsuntersuchung auf dem Heimatmarkt: Das Justizministerium der Vereinigten Staaten habe gemeinsam mit den Generalstaatsanwälten mehrerer Bundesstaaten "erste Schritte zur Eröffnung einer Untersuchung gegen Apple" eingeleitet, wie Politico unter Berufung auf informierte Personen berichtet. Das Bundesministerium habe bis vor kurzem Unterredungen mit mehreren Firmen geführt, die sich unzufrieden mit der "stahlharten Kontrolle" zeigen, die Apple über seinen App Store ausübe.

Apples Vorgaben würden zu höheren Preisen und geringerer Auswahl führen, so die Kritik. Apple lege seine eigenen Regeln zudem ungleich aus, lautet eine Beschwerde von Entwicklern, wie Politico ausführt – davon seien besonders Apps benachteiligt, die in Konkurrenz mit Angeboten des Konzerns stehen.

Im Unterschied zu anderen US-IT-Riesen sei Apple bislang nicht groß in das Fadenkreuz von US-Regulierern geraten, heißt es weiter, damit könne es aber bald vorbei sein. Das Justizministerium führt Berichten zufolge bereits seit längerem Gespräche mit Entwicklern und App-Anbietern, die teils schon Beschwerden gegen Apple bei der EU-Kommission eingereicht haben.

Apple verknüpfe den Zugang zu iPhone und iPad in "unfairer Weise" mit seiner Bezahlschnittstelle und könne so beim Verkauf digitaler Inhalte in Apps bis zu 30 Prozent des Umsatzes einbehalten, beklagen manche Entwickler. Besonders Konkurrenten sehen sich dadurch benachteiligt, etwa der Musik-Streaming-Dienst Spotify, der deshalb im vergangenen Jahr eine Beschwerde bei der EU-Kommission einreichte, die mit zu einer formellen Untersuchung von Apples Praktiken geführt hat.

Es geht App-Anbietern aber nicht nur um Apples Umsatzbeteiligung und die unterschiedliche Auslegung von Regeln: Auch dass der iPhone-Konzern sich zwischen App-Anbieter und Kunden schiebt, sorgt immer wieder für Verärgerung bei Software-Firmen.

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Apple hat jüngst mehrere Schritte zu einer weiteren Öffnung seiner Systeme angekündigt, so sollen Nutzer mit iOS 14 erstmals Standard-Mail-App und Browser selbst bestimmen können. Auch will Apple den Lautsprecher HomePod beispielsweise für andere Musik-Streaming-Dienste öffnen. Der Konzern kündigte zudem zwei gravierende Änderungen bei der App-Store-Zulassung an: Bei einem Regeldisput will Apple Bugfix-Updates von Drittanbietern in Zukunft nicht mehr blockieren und Entwickler sollen erstmals die Option erhalten, Apples Regeln anzufechten. (lbe)