US-Präsident Biden lobt Gewerkschaftsbemühungen von Apple-Arbeitskräften

Arbeitnehmer eines Apple-Ladengeschäfts haben für die Einführung einer gewerkschaftlichen Vertretung gestimmt. Apple positioniert sich schon länger dagegen.

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Joe Biden ist seit Januar 2021 Präsident der Vereinigten Staaten.

(Bild: RedhoodStudios/Shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

Obwohl Apple bis zuletzt hartnäckig dagegen gekämpft hat, dass Mitarbeiter der Ladenkette des Konzerns eine erste Arbeitnehmervertretung in den Vereinigten Staaten etablieren, freut sich US-Präsident Joe Biden über die neusten Entwicklungen. Er sei "stolz" auf die Mitarbeiter eines Apple Retail Store in Maryland, die trotzdem mehrheitlich für eine Gewerkschaft gestimmt haben, sagte Biden.

Eine Gruppe von Arbeitern in einem Ladengeschäft in Maryland hatte in der vergangenen Woche Gewerkschaftswahlen abgehalten. Diese sind notwendig, bevor eine Gewerkschaft überhaupt die Arbeitnehmervertretung in einer amerikanischen Firma übernehmen kann. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Mit 65 zu 33 Stimmen (Zwei-Drittel-Mehrheit) gewann die Pro-Gewerkschaft-Fraktion.

Apple hatte sich zuvor stark bemüht, die Organisierung zu unterbinden. So bildete der Konzern Manager in Taktiken gegen Gewerkschaften aus, soll in Meetings Stimmung gegen eine Organisierung der Arbeiternehmer gemacht haben und argumentierte gleichzeitig, man verbessere die Arbeitsbedingungen auch ohne Gewerkschaft deutlich.

Biden betonte, Arbeiter hätten das Selbstbestimmungsrecht. "Sie dürfen bestimmen, unter welchen Bedingungen sie arbeiten oder auch nicht arbeiten". Er sei sich sicher, dass es jetzt "allen besser gehe". "[Wegen Gewerkschaften] ist auch das Endprodukt immer besser dran", so Biden.

Der demokratische Präsident gilt als Freund der Gewerkschaften – und das auch deutlich mehr als andere seiner demokratischen Vorgänger wie Barack Obama oder Bill Clinton. Biden hatte etwa Regeln, die sein Vorgänger Donald J. Trump eingeführt hatte, wieder aufgehoben, dem vorgeworfen wird, er habe den Arbeitnehmerschutz reduziert, um das Land effizienter zu machen.

Während andere IT-Konzerne wie etwa Microsoft mittlerweile scheinbar ihren Frieden mit US-Gewerkschaften gemacht haben, argumentiert Apple weiter stark dagegen. So glaubt der Konzern, dass die Organisierung dazu führt, dass das Unternehmen und seine Arbeitskräfte unflexibler werden. Zur Verhinderung setzte der Konzern auf Zuckerbrot und Peitsche. So erhöhte er im Mai zuletzt die Gehälter der Retail-Mitarbeiter auf mindestens 22 US-Dollar pro Stunde, was einem satten Plus von bis zu 45 Prozent entspricht. Die Einsatzplanung wurde verbessert und Freizeit- und Krankheitsregelungen abgemildert.

Gleichzeitig gab es Vorwürfe gegenüber Apple, der Konzern habe "überzogen" Stimmung gegen Gewerkschaften gemacht. Die Versuche einer ersten gewerkschaftlichen Organisierung in einem Apple Store in Atlanta scheiterten zunächst.

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(bsc)