US-Sanktionen und COVID beeinträchtigen Intels Geschäfte, Aktie bricht ein

Quartalsumsatz- und Gewinn sind deutlich geringer, das 4. Quartal wird noch schlechter. Zwar erwartet Intel noch ein Rekordjahr, doch die Aktie verliert stark.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 43 Beiträge

(Bild: Alexander Tolstykh/Shutterstock.com)

Von
  • Daniel AJ Sokolov

"Die Pandemie hat dazu geführt, dass Behörden zahlreiche, nie dagewesene Maßnahmen auferlegen, um zu versuchen, das Virus einzudämmen. Diese Maßnahmen haben und könnten weiter unsere Mitarbeiter und Betriebe, die Betriebe unserer Kunden und die unserer Lieferanten und Partner beeinträchtigen", warnt Intel in seinem Quartalsbericht. In den drei Monaten bis 26. September hat Intel folglich weniger umgesetzt und Gewinn gemacht als vor einem Jahr. Für das laufende Quartal erwartet das Management einen noch stärkeren Rückgang.

Intel-CEO Bob Swan hatte schon im dritten Quartal einen noch schlechteren Verlauf erwartet. Er gibt sich zuversichtlich, dass Intel im Gesamtjahr 2020 einen neuen Umsatzrekord aufstellen wird, obwohl der Ausblick auf das vierte Quartal weit unter dem Ergebnis des dritten Quartals liegt. Das geht aus Veröffentlichungen Intels von Donnerstagabend hervor.

Die institutionellen Anleger sind nicht angetan. Sie reagierten überwiegend mit Verkaufsaufträgen. Intel-Aktien verloren nachbörslich 9,4 Prozent.

Intel hat im dritten Quartal 18,3 Milliarden US-Dollar umgesetzt (-4,5% im Jahresabstand), davon 5,1 Milliarden Dollar Betriebsgewinn gemacht (-21,5%) und 4,3 Milliarden Dollar Reingewinn behalten können (-28,6%). Den stärksten Einbruch gab es bei der Konzernsparte für das Internet der Dinge (IOTG), wo der Umsatz gleich um ein Drittel niedriger ausgefallen ist als vor einem Jahr. Das liegt neben der Coronavirus-Pandemie auch an neuen US-Sanktionen, die Intels Geschäfte mit Kunden in der Volksrepublik China einschränken.

Die Programme Solutions Group (PSG), die sich etwa mit programmierbaren Chips und Künstlicher Intelligenz befasst, hat fast ein Fünftel weniger umgesetzt. Die Datenspeichersparte (NSG) hat elf Prozent Umsatzschwund hinnehmen müssen, und die Datenzentrensparte sieben Prozent. Um zwei Prozent zugelegt hat die kleinste ausgewiesene Konzerneinheit die israelische Firma Mobileye, die optische Erkennungssysteme für Kfz anbietet.

Ein Plus von einem Prozent konnte Intel schließlich beim PC-bezogenen Geschäft herausholen, das gut die Hälfte des Konzernumsatzes stellt. Zwar ist das Geschäft mit Chips für Desktops um 16 Prozent eingebrochen, doch hat die Pandemie den Absatz von Laptops angekurbelt, so dass Intel dort ein Plus von 16 Prozent melden kann.

Die Betriebsgewinne der einzelnen Sparten sind im dritten Quartal deutlich geringer ausgefallen, aber jeweils noch positiv: IOTG -80% auf 61 Millionen Dollar, PSG -57% auf 40 Millionen Dollar, Mobileye -30% auf 40 Millionen Dollar, Datenzentren -39% auf 1,9 Milliarden Dollar sowie -17% bei der PC-Sparte auf 3,6 Milliarden Dollar. Ausnahme ist NSG, die vor einem Jahr eine halbe Milliarde Dollar Betriebsverlust geschrieben, nun aber 29 Millionen Betriebsgewinn geschafft hat.

Lesen Sie auch

Für das laufende Quartal erwartet Intels Management einen Umsatzeinbruch von 14 Prozent, eine um neun Prozentpunkte geringere Betriebsmarge und einen um 28 Prozent geringeren Gewinn je Aktie. Dennoch soll sich für das Gesamtjahr noch ein neuer Umsatzrekord von 75,3 Milliarden US-Dollar (+5%) ausgehen, weil Intels Geschäft im ersten Halbjahr besonders kräftig war. Beim Gewinn je Aktie stellt Swan ein kleines Plus von einem Hundertstel in Aussicht.

(ds)