USA: Youtuber fingiert Raubüberfall als "Prank" und wird erschossen

In Nashville hat ein Mann einen anderen erschossen, der angeblich mit Fleischermessern einen Überfall fingiert hat – angeblich für einen Youtube-Prank.

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(Bild: zef art/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

In den USA ist ein junger Mann erschossen worden, als offenbar dabei war, einen fingierten Raubüberfall für ein Youtube-Video zu filmen. Das berichtet die Polizei von Nashville (Tennessee) und erklärt, dass der mutmaßliche Täter die Schüsse noch am Tatort gestanden hat. Dorthin seien die Polizisten am Freitagabend gerufen worden. Der Erschossene war demnach 20 Jahre alt und hatte sich den Aussagen zufolge gemeinsam mit einem Freund mit Fleischermessern bewaffnet einer Gruppe von Menschen genähert. Das sei wohl Teil eines "Pranks" für Youtube gewesen, von dem der Todesschütze aber nichts gewusst habe. Der 23-Jährige war demnach Teil dieser Gruppe und habe sich darauf berufen, in Notwehr das Feuer eröffnet zu haben.

Virale Challenges und Pranks gibt es auf Youtube schon länger, aber immer wieder kommt es dabei zu gefährlichen und teilweise tödlichen Zwischenfällen. Denn nicht in allen Fällen agieren vor der Kamera professionelle Stunt-Darsteller. Mitte 2017 etwa erschoss eine US-Amerikanerin ihren Freund, weil das Paar der Meinung war, dass ein dickes Buch vor der Brust die Kugel aufhalten könne und das in einem Video beweisen wollte. Als Teil der Bird-Box-Challenge liefen auch Youtuber mit verbundenen Augen durch Alltags-Situationen oder fuhren Auto, was zu mindestens einem Verkehrsunfall führte. In Deutschland hatten Jugendliche 2018 mit Feuerwerkskörpern eine Panik in einem Einkaufszentrum ausgelöst. Das Problem ist aber nicht auf die Videoplattform beschränkt, in Italien sorgt aktuell der tödliche Unfall eines Mädchens bei einer Tiktok-Mutprobe für Entsetzen.

Bereits Anfang 2019 hatte Youtube seine Community-Richtlinien erweitert, um den gefährlichsten Auswüchsen entschiedener entgegenzutreten. YouTube verbietet Videos von Streichen, bei denen die Opfer glauben, sie seien in ernsthafter Gefahr. Als Beispiel führte das Portal fingierte Einbrüche oder Schießereien an. Die Geschehnisse in Nashville scheinen unter diese Kategorisierung zu fallen. Der Polizeimitteilung zufolge wurde gegen den Todesschützen bislang keine Anklage erhoben. Die Ermittlungen dauern demnach aber an.

(mho)