USA genehmigen ersten großen Offshore-Windpark

Ein neuer Windpark im Nordosten der USA soll mit bis zu 84 Turbinen 800 Megawatt produzieren. Fischer protestieren trotz größerer Abstände zwischen den Rädern.

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Offshore-Windpark

(Bild: TebNad/Shutterstock.com)

Von
  • Frank Schräer

Das US-Innenministerium hat den ersten großen Offshore-Windpark der neuen Biden-Regierung genehmigt. Das Projekt abseits der Küste des Bundesstaates Massachusetts im Nordosten der USA soll nach Fertigstellung 400.000 Haushalte und Unternehmen mit Strom versorgen können. Der Betreiber hat auf besorgte Fischer mit größeren Abständen zwischen den Windrädern reagiert. Dennoch bleiben die Fischer besorgt um das Leben im Meer und ihren Lebensunterhalt.

Das Vineyard Wind Energy Project soll nach Angaben des US-Innenministeriums 800 Megawatt Strom produzieren. Das ist ein Vielfaches aller bisher vor US-Küsten installierten Windräder zusammen. Die bis zu 84 genehmigten Windkrafträder befinden sich zwölf Seemeilen entfernt von zwei als Ausflugszielen bekannten Inseln, Martha's Vineyard und Nantucket. Der Windpark soll 3600 neue Jobs schaffen und CO2-Emissionen um mehr als 1,6 Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren.

Der Bau des neuen Windparks soll nächstes Jahr beginnen, erklärte Lars Pedersen, der Chef des Betreibers Vineyard Wind, kürzlich einem lokalen Radiosender. Die erneuerbare Energie soll ab 2023 ins Netz gespeist werden. Der Betreiber hatte seine Pläne bereits 2017 den US-Behörden vorgelegt und eine Genehmigung innerhalb von zwei Jahren erwartet. Die damalige Trump-Regierung hatte das 2,8-Milliarden-Dollar-Projekt aber kurz vor dem Ende des Genehmigungsprozesses gestoppt.

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Das änderte sich mit der Wahl Joe Bidens zum neuen US-Präsidenten. Die neue Regierung hat als eines ihrer Ziele ausgerufen, bis 2030 30 Gigawatt Strom durch Offshore-Windparks zu erzeugen. Innenministerin Deb Haaland erklärte zur Genehmigung des Vineyard-Windparks, dass dieser nicht nur der Umwelt diene, sondern auch anständig bezahlte, gewerkschaftlich-organisierte Arbeitsplätze schaffe.

Die örtlichen Fischer sind dagegen laut National Public Radio besorgt. Die großen Windkrafträder im Atlantik würden das Leben im Meer und ihren Lebensunterhalt gefährden. Während sich die Fischer ihrer Meinung nach kein Gehör verschaffen konnten, erklärten sowohl Vineyard Wind als auch Behördenvertreter, dass sie die Bedenken berücksichtigt und entsprechende Modifikationen vorgenommen haben.

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So wurde beispielsweise die Ausrichtung der Windkrafträder geändert. Die Abstände zwischen den Turbinen wurde auf mindestens eine Seemeile (1,85 Kilometer) sowohl in Nord-Süd- als auch in West-Ost-Richtung vergrößert. Die Fischer fordern dagegen noch größere Abstände und eine vier Seemeilen breite Passage durch den Windpark.

(fds)