USA wollen 37 Milliarden US-Dollar in Halbleiterfertigung pumpen

Der aktuelle Chipmangel regt zum Nachdenken an: Die USA wollen die heimische Produktion von Halbleiterelementen ankurbeln.

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(Bild: Christof Windeck / c't)

Von
  • Mark Mantel

US-Präsident Joe Biden macht den Ausbau der US-amerikanischen Halbleiterproduktion zur Chefsache. Er will 37 Milliarden US-Dollar zum Ausbau zusammentragen, um die Abhängigkeit vom Ausland zu lockern. Der Auslöser: der anhaltende Chipmangel im Zuge der Coronavirus-Pandemie, insbesondere die Knappheit in der Autoindustrie.

Die Administration soll derzeit mit "führenden Unternehmen in der Halbleiterbranche" zusammenarbeiten, um Engpässe zu identifizieren und künftig zu schließen. Dazu will Biden die Lieferkette für 100 Tage unter die Lupe nehmen lassen – das Gleiche gilt im Falle von Herstellern für Elektroauto-Akkus sowie seltene Erden und Arzneimitteln. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Von den Förderungen könnten Chipauftragsfertiger wie Samsung und TSMC profitieren, die ihre US-Präsenz ausbauen wollen. TSMC hat bereits den Bau einer milliardenteuren Produktionsstätte in Arizona angekündigt.

Samsung will eine zweite sogenannte Fab in Austin, Texas, bauen, sucht dafür aber noch nach Fördermitteln. Das Projekt soll rund 17 Milliarden US-Dollar wert sein – im Gegenzug zum Bau fragt Samsung laut dem Statesman nach Steuervergünstigungen im Wert von rund einer Milliarde US-Dollar über 20 Jahre. Für Arizona könnte sich der Deal lohnen, weil die Produktionsstätte rund 1800 Arbeitsstellen schaffen soll. Samsung will in der Fab Chips mit modernster Fertigungstechnik belichtet; in der bestehenden Fab ist bei 14 nm Schluss.

Weitere in den USA ansässige Unternehmen mit eigener Halbleiterfertigung sind beispielsweise Infineon und NXP. Beide zählen zu den größten Herstellern von "Automotive"-Halbleitern für Fahrzeuge.

Kurzfristig dürften die Fördermittel derweil nur wenig bringen: Für signifikante Produktionserweiterungen müssen Halbleiterhersteller erst bauen und das benötigt meistens Jahre. Entsprechende Gelder sind daher eine Investition in die Zukunft.

(mma)