USB-Ladegerät für Lithium-Polymer-Akkus mit Schwächen

Kleine Lithium-Polymer-Akkumulatoren schnell mal am USB-Port laden, das klingt doch gut. Aber dieses Ladegerät hat da so seine Schwächen und Gefahren.

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Von
  • Heinz Behling

Kleine Lipo-Zellen (Lithium-Polymer-Akkumulatoren) werden gerne bei Stromnetz-unabhängigen Makerprojekten eingesetzt. Doch irgendwann müssen sie geladen werden. Da ist ein kleines, knapp 10 Euro teures USB-Ladegerät verlockend. Dieses jedoch hat einige Schwächen, die im Extremfall sogar zur Gefahr werden können.

Bis zu sechs LiPo-Zellen soll dieser USB-Stick der Marke Luowan gleichzeitig laden können. Der Ladestrom lässt sich für jeden der sechs Anschlüsse getrennt auf 0,2 beziehungsweise 0,6 mA einstellen. Anschließen lassen sich Akkuzellen mit JST-Stecker im Rastermaß 1,25 und 2 mm.

Irritierend ist dabei, dass neben jeweils einem Pol der Stecker ein Pluszeichen auf der Platine aufgedruckt ist. Das suggeriert, das hier auch der Pluspol der Akkus (rotes Kabel) anzuschließen sei.

Das Pluszeichen neben dem Akkuanschluss ist irritierend. Nur wer genau hinschaut erkennt, dass es vermutlich lediglich die Polung der LED anzeigt.

Gesagt, getan. Das Ladegerät signalisiert prompt eine Falschpolung, allerdings nicht durch eine LED oder ähnlich harmlose Meldungen, sondern durch ein Rauchzeichen von der Platinenunterseite her. Der Laderegler des dazugehörenden Ladeplatzes hat sich infolge starker Hitzeentwicklung zerbröselt und selbsttätig von der Platine ausgelötet. Glücklicherweise, denn falsche gepolte LiPo-Akkus neigen gern zu heftigen Reaktionen bis hin zur explosionsartigen Selbstzerstörung.

Wer sich die Platine ganz genau ansieht, erkennt am anderen Ende der zum Ladeplatz gehörenden LED noch ein schwer erkennbares Minuszeichen. Vermutlich soll das zusammen mit dem + die Polung der Leuchtdiode kennzeichnen. Was man mit dieser Information anfangen soll, weiß wohl nur der Hersteller. So ist diese Markierung eher eine Gefahr als ein Nutzen.

Da jeder Ladeplatz einen eigenen Regler besitzt, blieben wenigstens noch 5 funktionsfähige Anschlüsse übrig, die dann mit entsprechend gepoltem Akku ausprobiert wurden. Am Port eines USB-3-Hubs mit eigener Stromversorgung war ein 1000-mAh-Akku angeblich bereits nach weniger als einer Stunde voll, was per LED signalisiert wurde. Allerdings ergab die nachfolgende Messung, dass der Akku nicht mal zur Hälfte geladen war.

Entsprechend den Herstellerhinweisen wurde der Stick daraufhin von einem USB-Netzteil versorgt, das über 2 A liefern konnte, und der Akku erneut geladen. Das Ergebnis war jedoch kaum besser.

Alles in allem ist dieses Ladegerät kaum sinnvoll einsetzbar. Da sollte man besser zu einem größeren Ladegerät greifen.

(hgb)