USB4 Version 2.0: Geschwindigkeitsverdoppelung und noch mehr Namenschaos

Es gibt mal wieder eine neue USB-Version mit fragwürdiger Nummerierung. Die neue Version heißt USB4 2.0 – nicht zu verwechseln mit USB 2.0.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 178 Beiträge

(Bild: megaflopp/Shutterstock.com)

Von
  • Mark Mantel

Das USB Implementers Forum (USB-IF) will noch bis zum November 2022 eine neue USB-Spezifikation finalisieren. USB4 Version 2.0 oder kurz USB4 2.0 verdoppelt die Übertragungsrate über Typ-C-Ports auf bis zu 80 Gbit/s. Zeitgleich kommen Updates für weitere Übertragungsprotokolle, etwa USB 3.2 Gen 2x2, dem DisplayPort-Alt-Mode und USB Power Delivery.

Für USB4 2.0 sind neue Controller in den Geräten notwendig. Neue Kabel sind hingegen nicht zwingend nötig: Passive Typ-C-Kabel, die 40 Gbit/s übertragen können, sollen laut Mitteilung auch für die neue Geschwindigkeitsstufe ausreichend sein. Für längere Verbindungen sieht das USB-IF allerdings neue aktive Kabel vor.

Die überarbeiteten Übertragungsprotokolle ermöglichen schnellere Datenverbindungen, wenn ein USB4-Controller zum Beispiel ein USB-3.2-Signal tunnelt. Bisher war da bei USB 3.2 Gen 2x2 mit 20 Gbit/s Schluss – künftig soll noch mehr gehen. Zudem wollen die Entwickler die aktuellen DisplayPort- und PCI-Express-Standards über USB4 2.0 unterstützen, was DisplayPort 2.0 und PCIe 5.0 wären.

Am Ende hinterlässt die Namensgebung wieder einmal Fragezeichen. Für USB4 gibt es mit dem Update drei Geschwindigkeitsstufen, die allesamt für eine Zertifizierung infrage kommen: 20, 40 und 80 Gbit/s. Wie schnell ein Anschluss an einem Gerät ist, wird dann erst mit einem Blick ins Datenblatt klar oder wenn der Hersteller eine Geschwindigkeitsangabe neben dem Typ-C-Port abbildet.

Schon im Jahr 2021 gab es Spekulationen um eine neue Thunderbolt-Version mit einer Übertragungsrate von ebenfalls 80 Gbit/s. Eine versehentlich publik gewordene Intel-Präsentation nannte damals als Kernänderung eine ternäre Pulsamplitudenmodulation (PAM-3 statt PAM-2) zur Erhöhung der Übertragungsrate. Dabei wird die Amplitude im Modulationssignal für drei unterschiedliche Zustände ausgewertet (-1, 0, +1). Zwei Takte übertragen somit effektiv drei Bit.

Ob das USB-IF den gleichen Weg geht, ist offen, wäre aufgrund der Verwandtschaft zwischen USB4 und Thunderbolt 4 aber realistisch.

(mma)