Uber übernimmt größten britischen Konkurrenten Autocab

Autocab hatte von Großbritannien ausgehend Erfolg mit Software, die wie Uber funktionierte, aber auf Taxis setzte. Nun übernimmt der große Konkurrent die Firma.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen

(Bild: Kevin McGovern/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

Uber übernimmt den britischen Konkurrenten Autocab, um im Vereinigten Königreich über dessen Software bald Kunden zu erreichen, an die der Fahrdienstvermittler auf anderem Weg bislang nicht kommt. Denn wie der US-Konzern in der Ankündigung eingesteht, gibt es jeden Monat Tausende Uber-Nutzer, die die App öffnen, aber keine Mitfahrgelegenheit buchen können, weil Uber vor Ort nicht aktiv ist. Bis zur Übernahme war Autocab der größte Konkurrent im britischen Markt, schreibt das US-Techmagazin Engadget.

Autocab bietet Taxiunternehmen Software zur Abwicklung der Buchungen und hat laut Engadget inzwischen auch eine App im Portfolio, die im Prinzip wie Uber funktioniert, aber eben auf Grundlage der Taxi-Infrastruktur. Darüber sind Nutzer auch nicht mehr an ihre lokalen Taxi-Anbieter gebunden, sondern können auch in fremden Städten über die gleiche Anwendung Taxis buchen. Damit hatte Autocab aber vor allem auch Erfolg, weil die Taxi-Unternehmen so den ungeliebten US-Konkurrenten Uber auf Abstand halten konnten, schreibt das US-Magazin. Es sei deswegen abzuwarten, wie die Taxiunternehmen in Großbritannien auf die Übernahme durch Uber reagieren. Uber hat es dort bislang nicht leicht.

Zum Kaufpreis gibt es von beiden Seiten nun keine Informationen. Uber hat in den vergangenen Monaten besonders unter den Folgen der Corona-Krise gelitten, weil das Kerngeschäft – die Vermittlung von Fahrten in den Privatautos der Uber-Fahrer – teilweise um 80 Prozent zurückgegangen war. Derweil hatte das Unternehmen bei der Zustellung von zubereiteten Speisen immense Zuwächse verzeichnet. Aufgrund des insgesamt trotzdem starken Geschäftsrückgangs hatte Uber allein im Mai angekündigt, 6700 Stellen streichen und damit fast 25 Prozent der eigenen Belegschaft entlassen zu wollen.

(mho)