Ukrainisches Verteidigungsministerium: Russland plant massive Cyber-Angriffe

Laut den Aufklärern des ukrainischen Verteidigungsministeriums plant Russland massive Cyber-Attacken auf kritische Infrastrukturen der Ukraine und Alliierter.

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Mast einer Überlandstromleitung mit stilisiertem Hintergrund und den sichtbaren Worten

(Bild: vectorfusionart/Shutterstock.com)

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Das ukrainische Verteidigungsministerium warnt vor massiven Cyber-Angriffen, die Russland angeblich auf kritische Infrastrukturen der Ukraine und ihrer Verbündeten plant. Den Erkenntnissen der Aufklärungseinheiten des Verteidigungsministeriums zufolge sollen sich die Angriffe zunächst auf Unternehmen des Energiesektors konzentrieren. Laut der Warnung sollen die Kreml-Angreifer dabei auf die Erfahrungen aus den Cyber-Angriffen auf die kritischen Energie-Infrastrukturen der Ukraine aus den Jahren 2015 und 2016 zurückgreifen.

Damals kam es etwa zu Stromausfällen, die vermutlich durch den Troajner Black Energy verursacht wurden. Das Verteidigungsministerium der Ukraine führt in seiner Warnung weiter aus, dass die russischen Angreifer damit versuchen wollen, die Wirkung von Raketenangriffen auf Stromversorgungseinrichtungen vorrangig in den umkämpften östlichen und südlichen Regionen der Ukraine zu maximieren. Die Führung der russischen Besatzungstruppen sei überzeugt, dass das die Offensive der ukrainischen Verteidigungskräfte signifikant ausbremse.

Den Erkenntnissen der militärischen Aufklärung zufolge beabsichtige der Kreml zudem, die Intensität von DDoS-Angriffen auf kritische Infrastrukturen der engeren Alliierten der Ukraine zu erhöhen. Dies betreffe insbesondere Polen und die baltischen Staaten.

Im Angriffskrieg gegen die Ukraine geht Russland wenig zimperlich vor. Die russischen Besatzer nehmen etwa in Kauf, neben kritischen Infrastrukturen sogar Atomkraftwerke zu beschädigen. So hatte vergangene Woche russischer Beschuss die Stromversorgung von Block 6 im AKW Saporischschja beschädigt. Auch der eigenen Bevölkerung mutet der Kreml eine Menge zu. So hat die Teilmobilmachung wahrscheinlich erhebliche Folgen für die russische Luftfahrt, da viele Piloten ihre Ausbildung beim Militär absolviert hätten oder anderweitig Reserveoffiziere seien. Bis zu 80 Prozent der Mitarbeiter der Fluggesellschaften Aeroflot, Pobeda und Rossija könnten betroffen sein.

(dmk)