Ultimatum bei Twitter: Hunderte Angestellte kündigen, Musk schließt die Büros

Nach dem abgelaufenen Ultimatum hat Twitter offenbar Hunderte weitere Angestellte verloren. Zuletzt hat Musk versucht, einige zum Bleiben zu überreden.

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 1003 Beiträge

(Bild: InFootage.com/Shutterstock.com)

Nach dem Ablaufen des von Elon Musk gesetzten Ultimatums für die verbleibenden Twitter-Angestellten hat das soziale Netzwerk offenbar mehrere Hundert weitere Angestellte verloren. Das berichten US-Medien übereinstimmend. So schreibt The Verge, dass Twitter vor Musks Ultimatum noch etwa 2900 Angestellte hatte, nach etwa 7500 vor der Übernahme durch Elon Musk.

"Ich denke, wenn der Staub sich gelegt hat, werden wahrscheinlich weniger als 2000 Leute übrig bleiben", zitiert die BBC einen anonymen ehemaligen Angestellten. Musk und sein Team haben derweil offenbar versucht, wichtige Angestellte zum Bleiben zu überreden. Die Büros des Konzerns wurden dann bis Montag geschlossen, angeblich aus Angst vor Sabotage und weil erst einmal ermittelt werden soll, wer überhaupt noch bei dem Unternehmen arbeitet.

Mit der anhaltenden Abwanderungswelle hält das Chaos bei Twitter weiter an. Anfang der Woche hatte der neue Chef der verbliebenen Belegschaft eine E-Mail geschickt und darin gefordert: "Wenn du sicher bist, dass du Teil des neuen Twitter sein willst, klick bitte unten auf 'Ja'". Bedenkzeit blieb bis Donnerstag um 17 Uhr, Ostküstenzeit. Wer sich gegen den Job entscheidet, bekam drei Monatsgehälter als Abfindung zugesichert. Einige hatten gemeint, dass das Ultimatum es ihnen erleichtere, den Abschied zu wagen. Musk hatte angekündigt, dass Twitter "extrem Hardcore" sein müsse, vor allem in Bezug auf die Arbeitszeit, den Aufwand und die Hingabe an die Arbeit – aber auch an Elon Musk selbst.

Wie die New York Times jetzt berichtet, liefen dann am Donnerstag aber vor allem massenhaft die Kündigungen ein. Musk und sein Team hätten dann Treffen mit Angestellten anberaumt, die sie für essenziell halten und von einer Kündigung abbringen wollten. Während eines großen Meetings, zu dem verbleibende Angestellte per Video zugeschaltet waren, sei die Frist abgelaufen. Noch während Musk geredet habe, hätten sich einige ausgeklinkt – offenbar nach der Entscheidung, sich zu verabschieden. Auf internen Kommunikationskanälen seien die Abschiedsgrüße eingelaufen, The Verge zitiert Quellen mit der Erwartung, dass die Plattform Twitter nun bald auseinander fallen dürfte. Es werde sehr schwer für Twitter, sich von dem massiven Abfluss zu erholen.

Während auf Twitter selbst einmal mehr das Abschieds-Hashtag #RIPTwitter trendet, gibt sich Musk dort unverdrossen. Die Plattform habe erneut ein Allzeithoch bei der Nutzung verzeichnet, twitterte er. Er hatte den Dienst erst vor drei Wochen übernommen und nicht nur mit dem immensen Stellenabbau, sondern auch mehreren Entscheidungen und deren Rücknahme ins Chaos gestürzt.

Vergrault hat er damit wohl auch Teile der Werbekundschaft, auf deren Geld der Dienst bislang angewiesen war. Der geplante Abodienst soll Ende des Monats wieder kommen. Ob die verbliebenen Angestellten das umsetzen und Twitter bis dahin am Laufen halten können, muss sich aber jetzt erst noch zeigen.

(mho)