Umfrage: 71 Prozent sprechen sich für Informatik als Pflichtfach in Schulen aus

Informatik sollte verpflichtend in der Schule gelehrt werden sowie ein Rechtsanspruch auf digitalen Unterricht her, ist ein Ergebnis einer Bitkom-Umfrage.

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Informatik wird Pflichtfach an Schweizer Gymnasien

(Bild: Photographee.eu/Shutterstock.com)

Von
  • Oliver Bünte

Eine überwiegende Mehrheit von 71 Prozent der Menschen in Deutschland wollen, dass die nächste Bundesregierung das Fach Informatik ab Klasse 5 an weiterführenden Schulen verpflichtend einführt. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) hervor.

Der Umfrage zufolge, die von Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt wurde, sind 67 Prozent der Befragten der Ansicht, dass der Bund mehr Befugnisse im Bildungswesen erhalten sollte, um die notwendige Digitalisierung der Schulen schneller als bisher vorantreiben zu können. Derzeit sind die einzelnen Bundesländer dafür verantwortlich, der digitale Ausbau der Schulen geht aber nur langsam voran. Zuletzt hatte sich in der Corona-Krise immer wieder gezeigt, dass digitaler Unterricht aufgrund der mangelhaften digitalen Ausstattung der Schulen, Lehrer und Kinder kaum sinnvoll möglich war.

So verwundert es wenig, dass sich rund 80 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage für ein gesetzlich garantiertes Recht auf digitale Bildung in Deutschland aussprechen. Achim Berg, Präsident des Bitkom, sagte, dass ein solcher Rechtsanspruch auf digitalen Unterricht nicht nur in Ausnahmesituationen wie etwa der Corona-Epidemie gelten solle, sondern Kinder auch dann ein Recht auf digitalen Unterricht haben, wenn sie erkrankt sind oder aus anderen Gründen die Schulen nicht besuchen können.

Berg ist sicher, dass Informatik in der Schule die Basis dafür bilden könnte, um Deutschland zu einem "digitalen Spitzen-Standort" auszubauen. "Wer bereits in der Schule programmieren lernt, hat später beste Berufsaussichten. Es ist Aufgabe der Politik, unseren Kindern solche Chancen durch zukunftsgerichtete Lehrpläne zu eröffnen. Bislang orientieren sich die Curricula zu sehr an den Bedarfen von gestern und Nöten von heute, sie orientieren sich viel zu wenig an den Erfordernissen von morgen und übermorgen", sagte der Bitkom-Präsident. Derzeit seien nach Angaben des Bitkom rund 86.000 Stellen für IT-Fachkräfte unbesetzt. Diese Zahl nehme weiter zu.

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Berg schlussfolgert aus den Ergebnissen der Umfrage, dass von der zukünftigen Bundesregierung in Sachen Bildungspolitik mehr unternommen werden muss. Die Bildungspolitik der letzten Jahre sei "wenig ambitioniert, die Vorschläge altbacken und die Kommunikation während der Corona-Pandemie oft chaotisch" ausgefallen. Bildungspolitik müsse in Zukunft "entschlossener und visionärer" angegangen werden. Dafür sei es vermutlich notwendig, die Verfassung hinsichtlich der Bildung anzupassen.

Für die repräsentative Umfrage wurden 1007 Menschen in Deutschland mit einem Alter von mindestens 16 Jahren im August 2021 telefonisch befragt.

(olb)