Umfrage: IT-Entscheider halten Open-Source-Software für sicherer

Laut Red Hats aktuellem Lagebericht bevorzugen Unternehmen für die Modernisierung ihrer IT Open-Source-Software gegenüber proprietären Angeboten.

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(Bild: Pasuwan/shutterstock.com)

Von
  • Silke Hahn

Die Ergebnisse der Umfrage "State of Enterprise Open Source 2021" liegen vor. Für die dritte Ausgabe des Berichts hat Red Hat in den Führungsetagen von rund 1250 IT-Unternehmen in 13 Ländern nachgefragt, wie die Entscheidungsträgerinnen und -träger die gegenwärtige und künftige Rolle von Open-Source-Software in ihren Unternehmen einschätzen. Die Befragten sind nicht zwingend Kundschaft von Red Hat, dessen Geschäftsmodell auf Open Source aufbaut. Der Bericht erscheint jährlich und ist eine Bestandsaufnahme, wie Unternehmen Open-Source-Software nutzen, welche Vorzüge sie darin sehen und welche Vorbehalte oder Konflikte in ihren Häusern zugleich bestehen.

Vier Kernaussagen treten hervor: Die digitale Transformation ist für die meisten Befragten (53 %) Anlass gewesen, auf Open Source zu setzen: 11 Prozent mehr als vor zwei Jahren. Enterprise Open Source halten sie dabei mehrheitlich für einen "Innovationstreiber", denn einerseits modernisieren sie nach eigenen Angaben damit zunehmend ihre veraltete IT-Infrastruktur, andererseits meinen sie, gerade in Enterprise Open Source höhere Qualität und fortschrittlichere Technologien auszumachen. Sicherheitsbedenken spielen dem Bericht zufolge eine wesentliche Rolle bei der Bevorzugung quelloffener Software gegenüber proprietären Programmen. Außerdem scheint die mögliche größere Nähe der Anbieter zu den Communities hinter den Open-Source-Projekten den Befragten wichtig gewesen zu sein.

90 Prozent der Befragten IT-Entscheider gaben an, gemeinfreie Software in ihren Unternehmen einzusetzen. Jeweils rund ein Drittel äußerte, die Qualität von Open Source für höher halten (35 %) und sich davon Zugang zu den neuesten Innovationen versprechen (33 %). Jeweils 30 Prozent halten Software mit frei zugänglichem Quellcode für generell sicher und auch ihr eigener Einsatz von Open-Source-Technologien im Unternehmen kommt ihnen sicher vor. Insgesamt 87 Prozent gaben an, Open-Source-Software zu vertrauen und sie für mindestens ebenso sicher oder sicherer zu halten als proprietäre Alternativen.

Die Umfrage "State of Enterprise Open Source 2021" prognostizierte eine deutliche Zunahme von Open-Source-Technologien im Bereich Edge Computing und Machine Learning in den kommenden 2 Jahren.

(Bild: Red Hat)

Rund 80 Prozent gehen davon aus, dass die Nutzung von Open-Source-Software in ihren Unternehmen im Laufe der nächsten zwei Jahre weiter zunehmen wird. Im Bereich Internet of Things (IoT) und Edge Computing erwarten die Führungskräfte eine Steigerung von heute 55 auf dann 72 Prozent, im Bereich Machine Learning von heute 48 auf 65 Prozent binnen zwei Jahren.

Eine herausgehobene Rolle im Bereich Cloud-Computing spielt der Umfrage zufolge Kubernetes: 85 Prozent der Befragten halten Kubernetes für den Schlüssel für Cloud-native Anwendungen, quasi die "Lingua franca" der Cloud (um Loris Degioanni von Sysdig zu zitieren, der kürzlich der Cloud Native Computing Foundation eine große Codespende überreicht hat). Im Detail gaben 66 Prozent an, Kubernetes für "sehr" oder "extrem wichtig" zu halten, während nur ein Prozent Kubernetes als irrelevant einschätzte. Red Hats Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass sie künftig auch Container stärker einsetzen werden: So erwarten 72 Prozent der Befragten ein Wachstum beim Containereinsatz, wovon 30 Prozent eine starke Zunahme der Containerisierung vorhersagen.

(Bild: Red Hat)

Gordon Haff, Senior Product Manager bei Red Hat, hat den Bericht in einem Blogeintrag kommentiert und sieht einen roten Faden seit der ersten Ausgabe: In der Gesamtschau waren ihm zufolge Qualität, Innovation und Sicherheit ausschlaggebend bei der Wahl von Open Source durch IT-Entscheider in Unternehmen. Die aktive Beteiligung der Anbieter an der Weiterentwicklung von Open-Source-Software bietet offenbar entscheidende Anreize, und generell habe Enterprise Open Source einen guten Ruf und Potenzial für künftig wachsenden Einsatz in Unternehmen.

Die detaillierten Ergebnisse und die Datengrundlage lassen sich in dem Bericht einsehen. Eine Auswahl der Highlights lässt sich auch als animierte Infografik besichtigen. Wer noch tiefer eintauchen will, kann zum Vergleich auch einen Blick in den Global Tech Outlook 2021 von Red Hat werfen: In dem Bericht haben 1470 IT-Entscheidungsträger offengelegt, an welchem Punkt der digitalen Transformation ihr Unternehmen sich derzeit befindet.

(sih)