Umfrage: Trend zur Smartphonereparatur

Wenn das Handy defekt ist, setzt eine steigende Anzahl von Menschen laut einer aktuellen Umfrage auf eine Reparatur.

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(Bild: Antonio Guillem/Shutterstock.com)

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  • Dorothee Wiegand
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Wie nachhaltig gehen Smartphonebesitzer in Deutschland im Fall eines Geräteschadens vor? Dieser Frage ist Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom nachgegangen. 37 Prozent der Befragten, deren Smartphone schon einmal einen Defekt hatte, entschieden sich demnach für eine Reparatur. 19 Prozent ließen die beim Hersteller durchführen, 16 Prozent wendeten sich an den Händler und 6 Prozent an eine freien Werkstatt. 17 Prozent der Befragten berichteten, auch schon einmal selbst einen Smartphoneschaden repariert zu haben.

Im August und September 2021 wurden für die Umfrage 1.003 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch interviewt. "Es gibt eine große Bandbreite an Reparaturangeboten, die auch rege genutzt werden. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sorgen mit einer Reparatur für weniger Elektroschrott und schonen Ressourcen und Umwelt", kommentiert Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder das Ergebnis.

92 Prozent der Befragten hatten schon einmal einen Defekt an ihrem Gerät. Der Geräteteil, der mit Abstand am häufigsten kaputtgeht, ist laut der Umfrage das Display: 77 Prozent der befragten Personen haben bereits einen Displayschaden erlebt. Sie berichteten außerdem von Schäden am Gehäuse (41 Prozent), Problemen mit dem Akku (32 Prozent), defekten Lautsprechern (24 Prozent) und Mikrofonen (22 Prozent) sowie Wasserschäden (19 Prozent).

Die Umfrage zeigt auch: In den meisten Fällen geht ein Handyschaden nicht auf Produktionsfehler zurück. 57 Prozent der Befragten waren nach eigener Aussage selbst für den Defekt verantwortlich, bei 16 Prozent war es eine andere Person. 21 Prozent gaben generellen Verschleiß als Ursache an. Lediglich 2 Prozent der Defekte traten am Neugerät bereits ab Werk auf.

Von den Smartphonebesitzern, die sich im Fall von Defekten am Gerät gegen eine Reparatur entschieden, kauften sich 52 Prozent ein neues Gerät, und 15 Prozent nutzen ihr Smartphone trotz eines Schadens weiter. Als Grund dafür, keine Reparatur vorgenommen zu haben, antworten 80 Prozent, dies sei ihnen zu teuer gewesen. 55 Prozent der Befragten gaben an, die Reparatur sei ihnen zu kompliziert. 45 Prozent planten zum Zeitpunkt des Schadens ohnehin, sich ein neues Gerät zuzulegen. Rohleder: "Die vorhandenen Reparaturangebote müssen attraktiver gemacht werden – und zwar mit wirksamen politischen Hebeln. Einer davon wäre eine Steuervergünstigung, damit Reparaturen für Verbraucherinnen und Verbraucher erschwinglicher werden", so Rohleder.

70 Prozent der Smartphone-Nutzerinnen und -Nutzer halten eine Mehrwertsteuersenkung auf Reparaturen für sinnvoll und 60 Prozent würden laut der Umfrage einen staatlichen Zuschuss zu den Reparaturkosten begrüßen. So gewährt das Bundesland Thüringen Verbrauchern eine Erstattung der Hälfte der Kosten, falls sie ein kaputtes Smartphone oder Tablet, aber auch Haushaltsgeräte reparieren lassen.

In der EU gilt seit März 2021 ein Recht auf Reparatur für Haushaltsgeräte. Nicht nur hier, sondern auch in den USA wird diskutiert, dieses Recht auf Smartphones auszuweiten. "Neben einer Vergünstigung von Reparaturen wäre auch die Förderung und Erforschung neuer Technologien wichtig, wie die Herstellung von Ersatzteilen aus dem 3D-Drucker. Das ist nicht nur günstiger und umweltschonender, als Ersatzteile etwa aus Asien nach Deutschland zu fliegen – sondern es eröffnet auch die Möglichkeit, Ersatzteile für ältere Geräte herzustellen", erklärt der Bitkom-Hauptgeschäftsführer dazu

(dwi)