Umfrage: Verbraucher lassen Elektrogeräte nur selten reparieren​

Kunden verlangen zwar nach langlebigen, einfach reparierbaren Haushaltsgeräten, kaufen dann aber doch oft ein neues nach. "Refurbished" punktet bei Jüngeren.

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Elektronikmesse IFA

Verbraucher interessieren sich für Waschmaschinen auf der IFA.

(Bild: dpa, Jens Büttner)

Von
  • Stefan Krempl

Langlebige elektronische Haushaltsgeräte stehen bei Verbrauchern weit oben auf dem Wunschzettel. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Innolink im Auftrag des Zentralverbands Elektrotechnik (ZVEI). Die Teilnehmer gaben demnach an, dass sie beim Kauf vor allem auf Langlebigkeit achteten. Besonders bei Waschmaschinen spiele dieser Faktor eine große Rolle: 64 Prozent erachten in hier als sehr wichtig. Bei Fernsehern und Wasserkochern trifft dies noch auf rund die Hälfte der Befragten zu.

Auch die Reparierfähigkeit spiele eine Rolle beim Neukauf eines elektronischen Hausprodukts, erklärt der ZVEI. Ihre Bedeutung hänge aber stark von der Art des Gerätes ab: So halten es 40 Prozent der Berfragten beim Neukauf einer Waschmaschine für sehr wichtig, dass diese einfach zu reparieren ist. Bei Fernsehgeräten rücken nur 28 Prozent diesen Aspekt in den Vordergrund.

Tatsächlich ließen die Befragten defekte Geräte aber eher selten reparieren: Jeder Fünfte hat eine Waschmaschine instandsetzen lassen oder selbst repariert. Bei Fernsehern sinkt dieser Anteil auf zehn Prozent, bei Wasserkochern auf acht. Geantwortet hatten auf diese Frage jeweils die Personen, die zuvor angegeben hatten, dass in ihrem Haushalt in den vergangenen zwei Jahren ein entsprechendes Gerät kaputt gegangen war.

Die Gründe, warum auf eine Reparatur verzichtet wird, sind unterschiedlich. Oft hängt es an den Kosten. So gaben 47 Prozent an, ihr defektes TV-Gerät nicht instandgesetzt zu haben, da das aus ihrer Sicht nicht wirtschaftlich war. Häufig wollten die Verbraucher aber ohnehin ein neues Gerät erwerben. Teils dauerte es den Teilnehmern auch zu lang, bis das kaputtgegangene Stück wieder lauffähig wäre. Dagegen erklärte nur rund jeder Zehnte, eine Reparatur gewünscht zu haben und eine solche dann aber nicht durchführbar gewesen sei.

Der Kauf gebrauchter beziehungsweise wiederaufbereiteter Apparate ("refurbished") ist dem Verband zufolge gerade bei Hausgeräten noch ein Nischenthema. 42 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal ein Elektronikprodukt auf dem Zweitmarkt erworben zu haben. Am häufigsten traf dies auf wiederaufbereitete Smartphones (49 Prozent) und Computer beziehungsweise Laptops (33 Prozent) zu. 28 Prozent haben bereits ein schon benutztes TV-Gerät erworben.

Jüngere Verbraucher machen laut der Studie beim Refurbished-Trend deutlich häufiger mit als ältere: 63 Prozent der unter 35-Jährigen haben bereits auf dem Zweitmarkt zugeschlagen. Tendenziell kann sich über ein Drittel aller Befragten vorstellen, künftig einmal ein gebrauchtes Gerät zu erwerben. Dieser Zug könnte laut dem Verband "mit dem steigenden Bewusstsein der Gesellschaft in Sachen Nachhaltigkeit" noch an Fahrt gewinnen. Die Umfrage fand im März unter 1528 Personen in Deutschland statt.

(vbr)