Umgang mit Nutzerdaten: US-Verbraucherbehörde fordert Infos von Facebook & Co

Die US-Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde untersucht die Verwendung von Nutzerdaten bei Facebook & Co.

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(Bild: Primakov/Shutterstock.com)

Von
  • Oliver Bünte

Die US-Behörde für Kartellrecht und Verbraucherschutz Federal Trade Commission (FTC) hat im Rahmen einer weitreichenden Untersuchung insgesamt neun namhafte soziale Netzwerke und Videostreaming-Unternehmen dazu aufgefordert, Informationen zu ihren Geschäftspraktiken im Zusammenhang mit der Verwendung von Nutzerdaten zur Verfügung zu stellen. Zu den Unternehmen, die die FTC am Montag angeschrieben hat, gehören Amazon, Facebook und ihre Tochtergesellschaft WhatsApp, Reddit, Snap als Muttergesellschaft von Snapchat, Twitter, Google-Mutter Alphabet, YouTube, Discord und Bytedance als TikTok-Eigentümer.

Wie aus der Mitteilung der FTC hervorgeht, sollen die Unternehmen Auskunft darüber erteilen, wie sie personenbezogene Daten ihrer Nutzer sammeln und verwenden. Im Detail interessiert die FTC das Nutzer-Tracking und inwieweit persönliche Daten und demographische Informationen für Werbezwecke genutzt werden. Die Unternehmen sollen dabei darlegen, auf welcher Grundlage welche Werbeanzeigen an die Verbraucher ausgespielt werden und ob sie Algorithmen oder Datenanalysen auf personenbezogene Daten anwenden. Zudem fordert die FTC eine Aufklärung, wie sie das Nutzer-Engagement messen und welche Maßnahmen sie anwenden, um es zu fördern. Dabei sollen die Unternehmen aufzeigen, wie sich diese Praktiken auf Kinder und Jugendliche auswirken.

"Social-Media- und Videostreaming-Unternehmen verfolgen Benutzer überall über Apps auf ihren immer verfügbaren Mobilgeräten. Durch den ständigen Zugang können diese Unternehmen überwachen, wohin die Benutzer gehen, mit welchen Menschen sie interagieren und was sie tun. Aber zu welchem Zweck?" Nach Ansicht der FTC-Kommissare Rohit Copra, Rebecca Slaughter und Christine Wilson bleibt zu viel über die Branche "gefährlich undurchsichtig", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Zusammen mit dem FTC-Vorsitzenden Joseph Simons hatten die drei Kommissare die Anforderung der Informationen beschlossen. Der fünfte Kommissar des Gremiums, Noah Phillips stimmte dagegen. Zwar sehe er auch das übergeordnete Ziel, Licht in das Dunkel der Geschäftspraktiken der Big-Tech-Unternehmen zu bringen, allerdings seien die geforderten Auskünfte zu kleinteilig.

Die nun von der FTC eingeleitete Untersuchung steht in keinem Zusammenhang mit einer Strafverfolgungsmaßnahme. Die von den Unternehmen gelieferten Informationen könnten jedoch dazu verwendet werden, mögliche Schritte gegen die sozialen Netzwerke und Videostreaming-Firmen einzuleiten.

Die FTC als unabhängige Behörde hat das Recht, Informationen von US-Unternehmen einzuholen, um gegebenenfalls unlautere und unfaire Geschäftspraktiken zu verhindern und einen funktionierenden Markt sicherzustellen.

Von den vier Big-Tech-Unternehmen Alphabet, Amazon, Apple und Microsoft hatte die FTC im Februar 2020 umfangreiche Informationen über das Geschäftsgebaren der Unternehmen eingeholt, um auch mögliche kartellrechtlichen Auswirkungen zu untersuchen. Gegen Facebook hat die FTC im Dezember eine Wettbewerbsklage erhoben, weil Facebook Instagram und WhatsApp gekauft haben soll, um die eigene Vorherrschaft im Markt zu sichern.

(olb)