Umgehungsverbot: Trackingschutz in iOS 14.5 gilt "global"

Apple betont, dass man Versuche, die sogenannte App Tracking Transparency auszuhebeln, nicht dulde. Solche Ideen werden unter anderem in China verfolgt.

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(Bild: Lars Kienle / Unsplash)

Von
  • Ben Schwan

Apple wird Apps aus dem App Store entfernen, sollten diese versuchen, die mit der nächsten iOS- beziehungsweise iPadOS-Version kommende neue Datenschutzfunktion zu umgehen. Dies hat das Unternehmen in einem Pressestatement betont. Die sogenannte App Tracking Transparency (ATT) greift ab Version 14.5 der Mobilbetriebssysteme, die in den kommenden Wochen erwartet wird.

Damit zwingt Apple seine Entwickler, Nutzer vor dem Zugriff auf die zentrale Werbe-ID von iPhone, iPad und iPod touch zu informieren. Erfolgt hier kein Opt-In, wird die Nutzerverfolgung auf den Plattformen stark erschwert. Konzerne wie Facebook nutzen die Technik etwa, um zu überprüfen, ob eine einmal geklickte Werbeanzeige in einer App den Kauf in einer anderen auslöst. Die Werbe-ID ("Apple ID for Advertisers", kurz IDFA) können Nutzer zwar bislang schon löschen und teilweise konfigurieren, allerdings bedarf es dazu eines Ausflugs in die Systemeinstellungen, was viele User bislang unterlassen.

In einer Stellungnahme gegenüber der Finanznachrichtenagentur Bloomberg betont Apple nun, dass ATT "für alle Apps weltweit" gilt. Man werde die Regeln global anwenden, so der Konzern. Er reagierte damit auf Berichte, dass etwa Werbe in China versuchen, die Technik zu umgehen.

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So haben sich Riesen wie Baidu, ByteDance (TikTok) oder Tencent (WeChat) zusammengetan, um Ersatz für die IDFA-Verfolgung zu schaffen. "Die App-Store-Regeln und Richtlinien gelten gleich für alle Entwickler auf der ganzen Welt", so der Konzern. Auch Apple selbst müsse sich daran halten. "Wir glauben sehr daran, dass Nutzer nach ihrer Genehmigung gefragt werden sollten, bevor sie getrackt werden." Apps, die die Wahl der Nutzer missachteten, würden künftig vom App Store zurückgewiesen, so Apple.

Damit macht der iPhone-Hersteller implizit klar, dass auch Umgehungsmaßnahmen für das sogenannte Cross-App-Tracking nicht geduldet werden. Technisch gesehen wird dies über ATT und die IDFA umgesetzt, allerdings kann der Konzern alternative Trackingmethoden einfach durch seine App-Store-Regeln verbieten, was er auch bereits tut. Dazu müssen sie allerdings auch festgestellt werden.

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(bsc)