Umsatzrückgang: TKG-Novelle bremst Vodafones Wachstum​

Neue Verbraucherschutzregeln führen laut Vodafone zu mehr Kündigungen. Aber es gab auch hausgemachte Probleme mit den Prozessen.​

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Ein Verteilerkasten mit Vodafone-Werbung, dahinter die Binnenalster

Ein Vodafone-Verteiler an der Binnenalster in Hamburg.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Von
  • Volker Briegleb

Vodafone Deutschland ist mit einem leichten Umsatzrückgang ins neue Geschäftsjahr gestartet. Der Serviceumsatz für das erste Quartal ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent auf 2,86 Milliarden Euro gesunken, teilte das Unternehmen am Montag in Düsseldorf mit. Dabei steht ein Umsatzrückgang im Festnetz einer leichten Erholung im Mobilfunk gegenüber.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal ging der Festnetzumsatz um 1,6 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro zurück. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2022/23 weist Vodafone Deutschland 13,09 Millionen TV-Kunden im Festnetz aus sowie 10,77 Millionen Breitbandkunden. Die Zahl der Vertragskunden sei um 34.000 gesunken, erklärte Vodafone.

Beim Mobilfunkumsatz konnte Vodafone hingegen um 0,8 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro leicht zulegen. Dabei konnte das Unternehmen den Angaben zufolge 6000 neue Vertragskunden gewinnen. Insgesamt hat Vodafone 31,26 Millionen Mobilfunkkunden, von denen knapp 61 Prozent einen Vertrag haben. Im Vodafonenetz funken 67,5 Millionen SIM-Karten, ein Zuwachs von 2,8 Millionen.

Im Hinblick auf die zähe Geschäftsentwicklung verweist Vodafone auf verschärften Verbraucherschutz durch die jüngste Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG). Seit Dezember sind etwa Telekommunikationsverträge, die sich nach ihrer Laufzeit automatisch verlängert haben, nach einem Monat kündbar. Diese Möglichkeit nutzten auch zahlreiche Kunden von Vodafone.

Die Verbraucherschutz-Regeln sehen zudem vor, dass Anbieter eine Kurzzusammenfassung schicken müssen, bevor ein Vertrag abgeschlossen werden darf. "Um den Gesetzesänderungen gerecht zu werden, mussten wir Systeme und Prozesse umfassend anpassen", heißt es von Vodafone. "Leider hat diese Anpassung nicht so reibungslos funktioniert wie geplant. Die Folge: Neukundenverträge kamen nicht zustande."

Die deutsche Vodafone trägt wesentlich zum Ergebnis der englischen Mutter bei. Andere Umsätze eingerechnet, weist Deutschland einen Gesamtumsatz von 3,27 Milliarden Euro aus. In der Vodafone Group wuchs der Serviceumsatz aller Ländergesellschaften um 2,5 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro. Zusammen mit weiteren Einnahmen verzeichnet die Gruppe einen Gesamtumsatz von 11,28 Milliarden Euro. Vodafone hat in Deutschland rund 16.000 Beschäftigte, davon 5000 in Düsseldorf.

(vbr)