Umsetzung einer nachhaltigen agilen Vision | heise meets … der Entscheider-Talk

Im aktuellen Podcast sprechen wir mit Autorin Jutta Eckstein ("BOSSA nova") über unternehmensweite Agilität und die Auswirkungen falscher Software-Entwicklung.

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Von
  • Gisela Strnad

Agile Softwareentwicklung bedeutet, im Vorfeld mit dem Kunden intern und extern zu sprechen und den Bedarf klarzustellen. Oftmals ist dieser Bedarf aber nicht definierbar, da es um neue Entwicklungen geht. Alle betreten "Neuland". Nur regelmäßige Feedbackrunden und die Tatsache, dass alles immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden muss, reflektiert Lernbereitschaft und kontinuierliche Anpassung.

"Agile Entwicklung ist nicht nur in der Softwareentwicklung ein wichtiger Meilenstein, auch in der Unternehmenswelt müssen wir zukünftig agiler zusammenarbeiten", meint Jutta Eckstein, Autorin des Buches Buchautorin, Softwareentwicklerin, Trainerin und Coach. "Wir leben in einer VUCA-Welt – volatil ("volatile"), unsicher ("uncertain"), komplex ("complex" und mehrdeutig ("ambiguous") – daher wird es immer schwieriger, langfristige Pläne aufzustellen." Führungskräfte müssen Veränderungen einfacher erklären und mögliche Widerstände bei Mitarbeitern durch Attraktoren beseitigen. Was nicht heißen soll, dass autokratische Entscheidungen entfallen. Aber Hierarchien müssen beweglicher werden.

Jutta Eckstein erläutert: "Nachhaltigkeit beruht auf drei Säulen – ökologische, ökonomische und soziale Aspekte. Das eine darf nicht erreicht werden auf Kosten des anderen." Laut einiger Prognosen wird IT im Jahr 2030 etwa 21 Prozent des gesamten Energieverbrauches benötigen. Zudem entsteht Elektroschrott, weil Software entwickelt wird, die nicht mehr kompatibel zu alter Hardware ist. Hier kann und muss einiges verändert werden. Jutta Eckstein beklagt: "Das Bewusstsein für diese Zusammenhänge ist noch nicht überall da."

Mehrere 100.000 Stellen sind und werden zukünftig im Umfeld der Softwareentwicklung unbesetzt sein. Derzeit sind mehrheitlich Männer als Softwareentwickler tätig, obwohl 50 Prozent der Bevölkerung Frauen sind. Um die Lücke zu schließen, müssen mehr Frauen für den Beruf der Softwareentwicklerin begeistert werden. "Die Reputation und das Marketing für den Beruf Softwareentwicklerin ist schlecht." Bislang ist immer noch das Bild des Freaks im Keller mit dem Pizzakarton verbreitet", sagt Jutta Eckstein. Sie würde sich wünschen, "dass Hollywood einen Film dreht, in dem nicht ein einzelner Nerd die Welt rettet, sondern ein diverses Team.“

Diversität ist der Schlüssel für ein erfolgreiches Produkt. Daher muss ihrer Meinung nach "ein stärkeres Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Diversität in der Softwareentwicklung in den weiteren Schritten entstehen."

(vza)