Umstrukturierung bei Mozilla: Firefox schickt "Send" und "Notes" in Ruhestand

Die Dienste Firefox "Send" und "Notes" werden stillgelegt. Wegen der Umstrukturierung Mozillas und Missbrauchs zur Verbreitung von Malware.

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(Bild: David Tran Photo/Shutterstock.com)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Mozilla kündigt an, zwei Firefox Dienste in den Ruhestand zu schicken. "Send" ist bereits im Sommer offline gegangen, weil es Missbrauch gab. "Notes" scheint wegen nicht allzu großen Interesses und der generell nötigen Umstrukturierung des Unternehmens eingestellt zu werden.

"Firefox Send" sei ein "vielversprechendes Tool für verschlüsselten Datenaustausch" gewesen und habe eine gute Reichweite gehabt, heißt es in einem Mozilla-Blogbeitrag. Und obwohl der Dienst "rundum wertvoll" war, sei er von einigen Nutzern ausgenutzt worden, um Malware zu verbreiten und Spear-Phishing-Angriffe durchzuführen – weshalb er schon in diesem Sommer offline gegangen ist. Es sind also keine Änderungen zu erwarten, sondern vor allem muss niemand mehr damit rechnen, dass "Send" zurückkehrt.

"Notes" sollte dazu dienen, neue Methoden der verschlüsselten Datensychronisation auszuprobieren. "Da das Produkt seinen Zweck erfüllte, behielten wir es als kleines Hilfsprogramm zunächst für Firefox- und Android-Nutzer bei", schreibt Mozilla und macht mit den Worten "kleines Hilfsprogramm" eigentlich schon klar, dass das Interesse nicht besonders groß gewesen sein kann. Anfang November ist dann Schluss mit der Android-App, die Browser-Erweiterung "Notes" bleibt für bestehende Installationen verfügbar. Eine Option, um alle Notizen zu exportieren soll noch eingebaut werden.

Mozilla wird "Notes" nicht mehr updaten, Neuinstallationen sind auch nicht mehr möglich. Wer seine Notizen aus dem Dienst herausholen möchte, kann das bereits tun, Mozilla hat einen entsprechenden Supportbeitrag verfasst.

Der Beitrag zur Ankündigung des Endes, schließt damit ab, dass Mozilla sich für die Geduld der Nutzer bedankt – und: "Obwohl ein Abschied nie leicht ist, erlaubt uns diese Entscheidung, unseren Fokus stärker auf Produkte wie Mozilla VPN, Firefox Monitor und das Firefox Private Network zu lenken." Diese Dienste sind es, mit deren Einführung Mozilla von Anfang an eine Monetarisierung im Auge hatte.

Finanziell hat sich bei Mozilla eine derartige Schieflage aufgebaut, dass ein Viertel aller Mitarbeiter entlassen werden mussten und Projekte gestrichen. Dazu sollen auch Common Voice und DeepSpeech gehören, Berichten zufolge hat der bisher zuständige Leiter, Kelly Davis, das Unternehmen verlassen. Mozilla wollte sich dazu allerdings bisher nicht äußern.

(emw)