Unabhängige Prüfung: NASA und ESA können Bodenproben vom Mars zur Erde bringen

Mitte des Jahrzehnts wollen die NASA und die ESA Raumfahrzeuge starten, um Bodenproben vom Mars zu holen. Das ist möglich, meinen unabhängige Prüfer.

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So könnte der Start der Transportkapsel aussehen.

(Bild: NASA/JPL-Caltech)

Von
  • Martin Holland

NASA und ESA sind jetzt in der Lage, Bodenproben vom Mars zur Erde zu bringen, um sie dort genauer untersuchen zu lassen. Das ist das Fazit einer unabhängigen Untersuchungskommission zur Mission "Mars Sample Return", die unter anderem die Fortführung der Vorbereitung empfiehlt.

Gleichzeitig haben die Prüfer auch jede Menge Vorschläge gemacht, um mögliche Probleme präventiv anzugehen. Bei der US-Weltraumagentur fühlt man sich durch den Bericht ebenso bestätigt, wie bei ihrem europäischen Pendant. Die ESA ist Partner der ambitionierten Mission und begrüßt das Ergebnis der Überprüfung.

Die Mission Mars Sample Return basiert gleich auf mehreren Raumfahrzeugen, erklärt die NASA einmal mehr. Mit dem Mars-Rover Perseverance ist das erste davon bereits auf dem Weg zum Roten Planeten. Nach seiner Landung Anfang 2021 soll der dort unter anderem mit einem Bohrer Boden- und Gesteinsproben entnehmen und in kleinen Behältern verpackt auf der Oberfläche ablegen. Mit zwei weiteren Raketenstarts soll 2026 deren Transport eingeleitet werden. Dazu wird die ESA den "Sample Fetch Rover" liefern, der die Proben einsammelt und damit das "Mars Ascent Vehicle" der NASA bestückt. Das soll dann als erstes Raumfahrzeug den Mars wieder verlassen und die Proben zum "Earth Return Orbiter" der ESA bringen, der im Orbit wartet und die Proben zur Erde bringen soll.

Die nun vorgestellte Überprüfung des äußerst ehrgeizigen Projekts sei so früh im Verlauf der Entwicklung erfolgt, wie bei keiner derartigen Mission zuvor, erklärt die NASA. Normalerweise würde man solche Kontrollen erst viel später vornehmen. Unter anderem damit wolle man einen Erfolg der Mission garantieren, die einer der wichtigsten der US-Weltraumagentur sei und nicht nur bei der Beantwortung wichtiger Fragen zur Geschichte des Mars helfen soll, sondern auch bei der Vorbereitung bemannter Missionen zum Roten Planeten. Die wichtigsten Empfehlungen des Berichts betreffen nun vor allem Unterschiede beim Management und bei der Organisation zwischen NASA und ESA, die nicht für Probleme sorgen dürfen.

Das Ergebnis sei eine großartige Nachricht für die Kampagne, meint David Parker, ESA-Direktor für die robotische und astronautische Exploration: "Sie bestärkt unsere gemeinsame Vision, Wissenschaftlern unberührte Stücke des Roten Planeten zur Verfügung zu stellen, die sie mit Laborgeräten und -techniken untersuchen können, die wir niemals zum Mars mitnehmen könnten." NASA-Chef Jim Bridenstine erklärt, die Mission müsse von seiner Weltraumagentur als führendes Mitglied der globalen Gemeinschaft durchgeführt werden. Man wisse um die Herausforderungen und blicke deswegen besonders genau auf diese Architektur: "Und das ist der Grund, warum wir letztlich große Dinge erreichen."

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(Bild: NASA/JPL-Caltech)

(mho)