Underground Sun Conversion: Sommerliche Energieernte für den Winter

Strom aus Erneuerbaren wird in Wasserstoff umgewandelt, zusammen mit CO2 in die Tiefe gepumpt und dort zu Methan umgewandelt. Das wird gerade getestet.

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(Bild: RAG Austria)

Von
  • Andreas Wilkens

Wie können volatile erneuerbare Energieträger wie Wind und Sonne weiter ausgebaut und gleichzeitig die Versorgungssicherheit vor allem im Winter gewährleistet werden? Zu einer Jahreszeit also, in der erneuerbare Energien wesentlich geringer erzeugt werden, die Nachfrage aber hoch ist. Daran forscht das österreichische Energieunternehmen RAG Austria zusammen mit Schweizer Partnern in dem Projekt "Underground Sun Conversion – Flexible Storage" seit Dezember 2020, nun haben sie es vorgestellt.

Dabei werden mit erneuerbaren Energien hergestellter Wasserstoff und Kohlendioxid in einen porösen unterirdischen Gasspeicher eingebracht, einer ausgeförderten Erdgaslagerstätte in etwa 1000 Meter Tiefe. Dort werden H2 und CO2 auf natürliche Weise mikrobiell zu Methan (CH4) umgewandelt, der Hauptkomponente von Erdgas. Damit würde nicht nur Energie gespeichert und umgewandelt, die Technik hätte auch Einfluss auf die CO2-Bilanz.

Prinzipiell geht es in dem Projekt darum, aus Wind- und Sonnenkraft erzeugten Strom nicht in Pumpspeicherkraftwerken oder Batterien zu speichern, sondern auf eine Weise, die eine viel höhere Kapazität als die anderen Speichertechniken haben, erläutert RAG Austria. Dazu führt RAG zusammen mit der Schweizer Energiedienstleisterin Energie 360° und Projektpartnern aus der Forschung (Wiva, BOKU Wien, Empa, Universität Bern, OST) Feldversuche am bereits bestehenden Forschungsstandort im oberösterreichischen Pilsbach durch.

Von dieser Speichertechnik versprechen sich RAG und Partner, saisonal und großvolumig Energie speichern und damit zur Stabilität der europäischen Energienetze und ihrer Energieversorgung beizutragen. Die Technik soll auch eine Voraussetzung für einen höheren Anteil erneuerbarer (gasförmiger) Energien am europäischen Energiemix sein.

Die Kapazität bisheriger Speichertechnik ist unter anderem deshalb ein Problem, weil es in Mitteleuropa kaum noch Flächen für neue Anlagen gibt, mit denen erneuerbare Energie in großen Mengen zwischengespeichert werden kann. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise wird deshalb untersucht, wie sich ehemalige Zechen als Speicher eignen. Das Schweizer Unternehmen Energy Vault will Betonblöcke mit billigem Strom an Kränen in die Höhe ziehen und bei Strombedarf wieder herablassen und damit Strom erzeugen.

(anw)