Uni-Präsidentin: "Corona-Krise ist ein großer Katalysator"

Viele Digitalangebote an den Hochschulen werden bleiben, sagt die Frau an der Spitze von Hessens größter Universität.

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(Bild: Black Jack/Shutterstock.com)

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  • dpa

Die Hochschulen können nach Ansicht der Präsidentin der Frankfurter Goethe-Universität, Birgitta Wolff, aus der Corona-Krise gestärkt hervorgehen. "Corona hat uns dazu gezwungen, kurzfristig ein riesengroßes Experiment durchzuführen", sagte Wolff, die auch Sprecherin der Konferenz Hessischer Universitätspräsidien ist. "Wir haben viel über Krisenmanagement und -kommunikation gelernt", sagte Wolff der Deutschen Presse-Agentur. "Man wundert sich, was geht, wenn es muss."

"Die Corona-Krise ist ein großer Katalysator", glaubt Wolff. "Es wird sich die Erkenntnis durchsetzen, dass die digitale Infrastruktur genauso wichtig ist für die Gesellschaft wie Straßen, Kanalisation und Wasser." Mit dauerhaften digitalen Angeboten ließe sich das Präsenzstudium deutlich verbessern. Wichtig sei der Austausch mit anderen Hochschulen. "Es muss ja nicht jeder jeden Fehler selber machen."

Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt am Main

(Bild: Goethe-Universität)

Nachdem bald erste Präsenzveranstaltungen wieder zugelassen sind, müsse man genau schauen, was in welchem Studiengang Sinn mache und was nicht. Einzelne Fachbereiche hätten bis zu 95 Prozent der Veranstaltungen digital durchgeführt. "Es gibt aber auch Fachbereiche, in denen das nicht möglich ist, zum Beispiel bei den Sportwissenschaftlern und Zahnmedizinern. Hier arbeiten wir – natürlich abhängig von der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens – an passenden Lösungen".

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Besonders wichtig sei es, das Thema Digitalisierung im Lehramtsstudium intensiver zu verankern. Da das Land über die Inhalte des Staatsexamens entscheide, habe die Hochschule hier aber nur begrenzen Einfluss auf die Studieninhalte. "Aber wir sind da dran." Zu Beginn der Coronavirus-Pandemie zeigte sich aber schon deutlich, dass unter anderem Tele-Unterricht bisher keine Option für Schulen ist.

Mit mehr digitaler Lehre gebe es in Zukunft vielleicht weniger überfüllte Vorlesungen, sagte Wolff. Vielen Studierenden erspare es möglicherweise das Pendeln. Es gehe nicht darum, die Präsenzlehre zu ersetzen. "Es geht darum, Präsenzveranstaltungen digital zu unterstützen. Wenn man das intelligent macht, kann das eine Win-win-win-Situation werden: für die Studies, für die Lehrenden und für die Umwelt."

(kbe)