Unix-Derivat GhostBSD 20.11.28 mit verbessertem Steam on Linux und LiveZFS

Wichtige Verbesserungen des "Linuxulator" aus FreeBSD sind in GhostBSD eingeflossen, außerdem übernahm man von FuryBSD das auf ZFS basierende Live-System.

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Software wie der GNU/Linux-Steam-Client werden unter GhostBSD grafisch per "Software Station" installiert und lassen sich bei Nichtgefallen dank ZFS-Snapshots rückstandslos entfernen.

(Bild: Michael Plura)

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  • Michael Plura

Das Entwickler-Team rund um Eric Turgeon und Nahuel Sanchez haben GhostBSD in der etwas unhandlichen, aus dem Datum der Freigabe gebastelten Versionsnummer 20.11.28 veröffentlicht. GhostBSD basiert auf FreeBSD, ist jedoch auf den Desktop fokussiert und startet als Live-System (Hybrid-Image) von CD-R oder USB-Stick. Die liebevoll vorkonfigurierte Desktop-Umgebung gibt es in zwei Geschmacksrichtungen: Als offizielles Release mit MATE 1.24.1 oder als "Community Release" mit Xfce 4.2.

Neben einem aktualisierten Kernel brachten die Entwickler auch das GhostBSD-Userland auf einen neuen Stand. Im Gegensatz zu NomadBSD oder dem vor kurzem eingestellten FuryBSD, die beide die ausgereifte Paketverwaltung ihrer FreeBSD-Basis nutzen, verwendet GhostBSD eine eigene Softwareverwaltung samt Repository. Diese grafische "Software Station" wurde von einigen lästigen Fehler bereinigt und soll nun auch deutlich schneller laufen.

Das GhostBSD-Image startet von CD-R, USB-Stick oder in einer virtuellen Maschine wie VirtualBox (Windows, Mac OS X, GNU/Linux) oder Bhyve (FreeBSD) mit einem neuen Live-System, das Joe Maloney ursprünglich für FuryBSD entwickelt hatte und das entsprechend angepasst wurde. Aus dem Live-System heraus kann GhostBSD permanent auf dem Rechner installiert werden.

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Die GhostBSD-Entwickler heben einige Verbesserungen des "Linuxulator" hervor, die von FreeBSD her übernommen wurden. Der Linuxulator ist eine Softwareschicht, die es ermöglicht, GNU/Linux-Software ohne jegliche Modifikation unter FreeBSD und damit auch unter GhostBSD laufen zu lassen. Sie ist entfernt mit WINE vergleichbar. Linux-Programme laufen mit nativer Geschwindigkeit, da die Programme nicht in einer virtuellen Maschine oder über eine Emulation laufen müssen.

Der Linuxulator soll jetzt so stabil und schnell laufen, dass darunter der GNU/Linux-Steam-Client und über den CS:GO flüssig spielbar startet – ein Video auf der Projektseite, aufgenommen mit dem ebenfalls unter GhostBSD laufenden OBS Studio, zeigt das. Zur empfehlenswerten Spieleplattform mausert sich GhostBSD dadurch sicher nicht – die Resultate der von den Entwicklern investierten Arbeit sind aber schon recht beeindruckend.

In einem Video auf der Projektseite spielen die Entwickler CS:GO auf dem neuen GhostBSD an.

Weitere Neuerungen und Funktionen dokumentieren die Entwickler in den Release-Notes zu GhostBSD 20.11.28. Das unter der BSD-Lizenz stehende GhostBSD 20.11.28 kann als mittlerweile 3 GByte-großes ISO-Hybrid-Image (MATE oder Xfce) kostenlos von der GhostBSD-Projektseite heruntergeladen werden.

(ovw)