Unterdrückung von Android-Forks: Google muss Südkorea 150 Millonen Euro zahlen

In Südkorea muss Google 150 Millionen Euro Strafe zahlen, weil es die Entstehung von Forks unterdrückte. Bestehende Vereinbarungen sollen geändert werden.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 28 Beiträge

(Bild: BigTunaOnline/Shutterstock.com)

Von
  • Daniel Herbig

Google muss südkoreanischen Regulierern umgerechnet 150 Millionen Euro Strafe zahlen. Die Korea Fair Trade Commission (KFTC) wirft dem Android-Entwickler vor, die Entstehung von Forks des mobilen Betriebssystems mit restriktiven Verträgen zu behindern.

Konkret geht es dabei um Anti Fragmentation Agreements (AFA), an die sich Handy-Hersteller halten müssen, wenn sie Android ohne Einschränkungen bei ihren Geräten einsetzen möchten. Darin schreibt Google seinen Vertragspartnern unter anderem vor, keine Forks von Android zu entwickeln. Android ist grundsätzlich Open Source, ohne Unterschrift des AFA dürfen Hersteller Google-Anwendungen wie den Play Store, Gmail und Google aber nicht installieren. In der Praxis haben daher fast alle großen Hersteller, die ihre Handys außerhalb Chinas verkaufen, die Vereinbarung unterschrieben.

Der US-Nachrichtenseite CNBC sagte ein Google-Sprecher, die Entscheidung der südkoreanischen Behörde vernachlässige die Vorzüge der bisherigen Regelungen. Das Regelwerk von Android habe zum Erfolg südkoreanischer Hersteller beigetragen und Innovationsmöglichkeiten geschaffen. Google will demnach gegen die Entscheidung vorgehen.

Nach der Entscheidung der KFTC darf Google Hersteller von Android-Smartphones nicht weiter zur Unterschrift zwingen, berichtet Bloomberg. Außerdem müssen bestehende Abkommen so verändert werden, dass die Entwicklung von OS-Forks erlaubt wird. Die südkoreanische Behörde argumentiert, Google habe mit seinen Regelungen das Aufkommen von Android-Konkurrenten verhindern wollen.

Wegen der Regelungen sollen etwa Amazon und Alibaba beim Versuch gescheitert sein, ein eigenes Betriebssystem auf Android-Basis zu etablieren. Auch Samsung und LG seien bei der Entwicklung eines OS für Smartwatches und Lautsprechern wegen der Vereinbarungen gescheitert.

Samsung habe sich etwa dazu gezwungen gesehen, mit Tizen ein eigenes Betriebssystem für seine Smartwatches zu entwickeln, anstatt auf Android aufzubauen – Google hatte zu diesem Zeitpunkt noch kein eigenes OS für smarte Uhren. Mittlerweile wurden Tizen und Googles WearOS zusammengelegt.

Bereits im August hatte die südkoreanische Nationalversammlung einem geänderten Gesetz für Telekommunikationsgeschäfte zugestimmt, das Googles und Apples Pflicht zur Verwendung der hauseigenen Bezahlschnittstellen in Apps kippt. In Südkorea sollen App-Anbieter künftig eigene Bezahlschnittstellen anbieten können, die die üblicherweise verpflichtende 30-Prozent-Provision umgeht.

(dahe)