Unternehmen versuchen sich in DevOps – und scheitern noch immer an der Umsetzung

DevOps ist in vielen Teams verbreitet – aber eben nur teilweise, wie eine aktuelle Studie zeigt. Aufholbedarf sieht sie an den meisten Stellen.

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 24 Beiträge

(Bild: bearsky23/shutterstock.com)

Von
  • Moritz Förster

Softwareentwicklung und das Business agieren kaum Hand in Hand: DevOps und agile Arbeitsweisen ist in weniger als der Hälfte der Unternehmen umfassend verbreitet, so eine aktuelle Studie von LeanIX.

Fünf zentralen Arbeitsmethoden ging die Umfrage nach, die auf die Teams vollständig, teilweise oder nicht zutreffen. So wollen 58 Prozent stets flexibel auf Kundenbedürfnisse reagieren können und verfügen über CI/CD Pipelines – 37 beziehungsweise 32 Prozent meinen jedoch, dass dies für das eigene Unternehmen nur zum Teil gelte.

Daten erheben die meisten Entwickler durchaus, aber aus DevOps-Sicht oft nicht die korrekten.

(Bild: LeanIX)

Allerdings gilt bloß in 42 Prozent der Firmen der DevOps-Grundsatz, dass alle Entwickler im Sinne von "code it, ship it, own it" voll für ihren Code sowie die resultierenden Dienste verantwortlich sind. Team-Topologien zur Organisation der Mitarbeiter wenden 40 Prozent an – und lediglich 18 Prozent der befragten Teams können individuell über ihren Tech-Stack entscheiden.

Meist kommen diese DevOps-Ansätze zumindest zum Teil zum Einsatz. Ein Ergebnis der Studie ist jedoch, dass dies nicht genüge: Je höher der Reifegrad, umso einfacher lässt sich der manuelle Aufwand in der Entwicklung reduzieren. Auch das Aufdecken von Flaschenhälsen, den Abbau von Silos und ein effizienter Umgang mit den Ressourcen ist seltener eine große Herausforderung. Dass ein Projekt keinen Business-Kontext habe, meinen unter den DevOps-affinen Teilnehmern ferner 16 statt 30 Prozent.

Schließlich erfasst die Studie ebenfalls, ob sich die IT und die Geschäftsleitung überhaupt verstehen: Bloß 42 Prozent meinen, dass dies zutreffe. LeanIX führt dies auf die von Entwicklern erfassten Metriken zurück, denn offene Support-Tickets (bei 71 Prozent) und die Anzahl der monatlichen Nutzer stehen hier an erster Stelle (bei 66 Prozent).

Daten erheben die meisten Entwickler durchaus, aber aus DevOps-Sicht oft nicht die korrekten.

(Bild: LeanIX)

Jedoch würden die weitaus seltener abgefragten Daten einen besseren Einblick in den tatsächlichen Erfolg bieten: Nur 45 Prozent würden erfassen, ob die richtigen Features rechtzeitig ausgeliefert werden, wie die Abwanderungsquote von Nutzern ist erheben 42 Prozent. Genauso viele Entwickler würden den Return of Investment betrachten – und bloß 38 Prozent wissen, wie viele Kunden das Produkt weiterempfehlen würden.

Die vier DORA-Metriken – Daten, die die Leistungsfähigkeit eines Entwickler-Teams ermitteln sollen – erfassen lediglich 23 Prozent komplett. 24 Prozent erheben diese jedoch gar nicht – und ein isolierter Blick auf einzelne Bereiche sei wenig aussagekräftig, so die Autoren der Studie. Insbesondere wie lange es dauert, wie schnell ein Ausfall behoben ist (55 Prozent), und wie lange es von einer Anfrage bis zum Deployment braucht (63 Prozent), wird weniger ermittelt. Die vergleichsweise einfacher zu messende Häufigkeit von Deployments kennen 77 Prozent, wie viele dieser einen Ausfall verursachen, wissen 73 Prozent.

Auf der positiven Seite beurteilen 52 Prozent der Entwickler ihre "Developer Experience" als gut – inklusive 12 Prozent, die die Topnote vergeben. Insgesamt 36 Prozent sehen ihre Arbeitssituation als durchwachsen an, während sie 12 Prozent als schlecht bewerten.

An der Studie nahmen Anfang 2022 insgesamt 172 Fachkräfte weltweit teil. 54 Prozent stammen aus Europa, 27 Prozent aus den USA. Mit 42 Prozent arbeiten die meisten dieser Entwickler in einem Unternehmen mit 500 bis 9999 Mitarbeitern, 32 Prozent in einer kleineren und 26 Prozent in einer größeren Firma. Weitere Informationen der Studie finden sich bei LeanIX.

Mehr von iX Magazin Mehr von iX Magazin

(fo)