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Upcycling: Beschriftungsautomat für Malerkrepp mit DVD-Laufwerk-Technik Update

Peter König

(Bild: michimartini/Hackaday.io)

Beschriftungsgeräte sind praktisch, aber irgendwie uncool. Dieses DIY-Projekt plottet Etiketten für Werkstatt und Makerspace – stilecht, aber immer leserlich.

In vielen Werkstätten dürfen Schubladen und Krimskramskästen Etiketten aus Klebeband tragen – fix mit der Hand von der Malerkrepp-Rolle gerissen, flott mit Filzer beschriftet und schnell aufgepappt. Mit demselben Verbrauchsmaterial arbeitet auch der Masking Tape Plotter [1] von Hackaday.io-User michimartini, bringt damit aber viel schönere Ergebnisse hervor: Denn hier schreibt eine Mechanik stets regelmäßig und lesbar aufs Band und für die saubere Kante ist sogar eine kleine (manuell zu bedienende) Schneidevorrichtung eingebaut.

Diese Schneidevorrichtung besteht beim genauen Hinsehen aus einer gekürzten Schere – und auch sonst hat michimartini in seiner Konstruktion zweckentfremdete Teile aus anderen Dingen wiederverwendet, ganz im Sinne des Upcycling-Gedankens. So stammt das Chassis der Y-Achse für die Bewegung des Stifts quer zum Band aus einem ausgeschlachteten DVD-Laufwerk, inklusive Schrittmotor. Den Schlitten aus 3D-Druck-Teilen, Lagern und 3mm-Stahlstangen sowie alle anderen nötigen Druckteile entwarf er selbst und benutzte dafür beides – Blender und FreeCAD.

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Für die Bewegung in X-Richtung wird einfach die Klebebandrolle mit einem NEMA17-Schrittmotor und 16fachem Microstepping gedreht, ein Servo bewegt den Stift entlang der Z-Achse nach oben und unten. Im Inneren versieht ein betagter Odroid C1 [3] seinen Dienst, auf dem das C-Programm hf2gcode [4] eingegebenen Text direkt in G-Code verwandelt. Den Text tippt man dabei auf einer drahtlos angebundenen Mini-Tastatur ein, zur Kontrolle bietet der Plotter zudem ein 3,2" LCD. [Update, 23.05.2022: Es hies zunächst, hf2gcode wäre ein Skript.]

Masking Tape Plotter: Details und Beispiele (0 Bilder) [5]

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Der Masking Tape Plotter greift für seine Beschriftungen auf die sogenannten Hershey Fonts zurück, eine Handvoll Schriftarten, die Ende der 60er Jahre entwickelt wurden, um auf den seinerzeit üblichen Vektordisplays lesbaren Text anzuzeigen. Diese Schriften finden heutzutage noch dann Verwendung, wenn man etwa Buchstaben rein aus Mittellinien-Vektoren zusammensetzen will, um sie etwa mit einem Nutfräser ins Material zu schneiden oder Retro-Spiele auf einem analogen Oszilloskop [7] zu zocken und den Score anzuzeigen.

(pek [8])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-7098243

Links in diesem Artikel:
[1] https://hackaday.io/project/185279-masking-tape-plotter
[2] https://www.heise.de/make/
[3] https://www.heise.de/meldung/Odroid-C1-Raspberry-Pi-Konkurrent-in-den-Startloechern-2487225.html
[4] https://github.com/Andy1978/hf2gcode
[5] https://www.heise.de/bilderstrecke/bilderstrecke_7098566.html?back=7098243;back=7098243
[6] https://www.heise.de/bilderstrecke/bilderstrecke_7098566.html?back=7098243;back=7098243
[7] https://www.heise.de/ratgeber/Anleitung-So-entwickeln-Sie-Retro-Spiele-fuer-das-Oszilloskop-6345172.html
[8] mailto:pek@ct.de