Update für Fritzboxen: FritzOS 7.25 mit Fokus auf Homeoffice und Bugfixes

Die neue FritzOS-Version bringt zahlreiche Verbesserungen in 12 Bereichen, aber auch einige lange erwartete Fehlerbereinigungen.

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  • Dusan Zivadinovic

Das neue FritzOS 7.25 enthält laut Hersteller über 70 neue Funktionen und Verbesserungen sowie bessere Stabilität und Sicherheit, meldet das Berliner Unternehmen AVM. Neue Funktionen stecken hauptsächlich in den Bereichen Homeoffice, Streaming, Telefonie und Gaming. Unter den vielen stabilitätsverbessernden Maßnahmen stechen Optimierungen beim Supervectoring und Long-Reach-VDSL hervor. Unerwartetermaßen lernt die Fritzbox, aus der Smart-Home-Erweiterung FritzDECT 440 die Luftfeuchtigkeit auszulesen. Die Verbesserungen unterteilt AVM in 12 Bereiche.

Anwender können nun einzelne Netzwerkgeräte wie Notebooks oder PCs leichter gegenüber anderen Geräten im Heimnetz priorisieren; die Funktion wird jetzt auch in der Mesh-Übersicht der Fritzbox angeboten. Wenn die Internet-Verbindung ausgelastet ist, stellt die Fritzbox den Verkehr eines priorisierten Geräts bevorzugt zu. Das ist beispielsweise bei Videokonferenzen nützlich.

Tickets der Kindersicherung lassen sich nun einfacher verwalten, auch kann man zusätzliche Zeitfenster festlegen. Tickets können als "verteilt" markiert werden und man kann alle Tickets zurücksetzen.

Im Telefoniebereich steckt eine Vielzahl an Verbesserungen für eine leichtere Bedienung und Konfiguration. Dazu gehören die überarbeitete Einrichtung von Rufumleitungen und Rufsperren. Auch wurde die Übertragungsqualität bei Telefonaten zu Mobilfunkgegenstellen mit schlechter Mobilfunkanbindung verbessert. In der Kontaktdatenbank lassen sich nun unter anderem Einträge zwischen verschiedenen Telefonbüchern kopieren und verschieben. So lassen sich private von berufliche Telefonbücher leichter verwalten.

Zahlreiche Optimierungen stecken laut AVM in den WLAN-Funktionen. Beispielsweise wurde die Autokanalwahl verbessert, was Streaming, Gaming oder Homeschooling zu Gute kommt. Der WLAN-Gastzugang und der Anrufbeantworter der Fritzbox lassen sich jetzt auch mit dem Funktaster FritzDECT 440 an- und ausschalten. Bisher ging das schon über das Webinterface der Fritzbox, die FritzApp WLAN, das FritzFon. In der Mittagspause oder bei Feierabend reicht künftig ein Knopfdruck und der Anrufbeantworter ist aktiv.

Vom internen Speicher der Fritzbox lässt sich ein Backup anlegen. So können etwa Fotos, Musikdateien und andere Dokumente leicht gesichert und beispielsweise auf eine neue Fritzbox übertragen werden.

Die Fritzos-Modelle mit eingebautem Mobilfunkmodem erhalten eine Sendefunktion für SMS sowie ein SMS-Journal, das empfangene und gesendete SMS-Nachrichten protokolliert. So kann man Statusmeldungen des Netzbetreibers über aufgebrauchtes Volumen direkt in der Fritzbox lesen und kann auch von dort aus zusätzliches Volumen freischalten lassen. Bisher musste man dafür die SIM-Karte entnehmen und in ein anderes Mobilfunkgerät einsetzen. Zusätzlich kann eine LTE-Fritzbox eingegangene SMS-Nachrichten per Push-Service verschicken. So ist man auch unterwegs im Bilde, wenn das Mobilfunkvolumen zur Neige geht. Im Kurztest mit einer Beta-Version von FritzOS 7.25 und einer Fritzbox 6890 LTE klappte das reibungslos.

"Auf Wunsch vieler Nutzer" meldet AVM, ein neues Fax-Journal entwickelt zu haben, das empfangene und gesendete Faxe zusammenfasst. Die Konfiguration der internen Faxfunktion der Fritzbox ist an zentraler Stelle für Senden und Empfangen gleichermaßen möglich. Öffnet man ein empfangenes Fax über das Webinterface, stellt der Router das Blinken der Info-LED ein, mittels der er empfangene Faxe signalisiert.

Bei den Fritzboxen mit eingebautem DSL-Modem hat AVM das Zusammenspiel mit Supervectoring-DSLAMs (VDSL-Profil 35b) verbessert und die Interoperabilität für Long-Reach-VDSL erhöht. Beides dürfte die Stabilität von DSL-Verbindungen erhöhen.

Neu sind Funktionen zur Nutzung der Business-Telefonieplattform CompanyFlex der Deutschen Telekom. Mit FritzOS 7.25 lassen sich SIP-Trunks am Unternehmensstandort und Cloud-Rufnummern des CompanyFlex-Dienstes im Homeoffice nutzen.

Der smarte Taster FritzDECT 440 liefert nun nicht nur Temperaturmesswerte, sondern auch die Luftfeuchtigkeit. Der aktuelle Wert lässt sich nicht nur direkt auf dem Taster FritzDECT 440 auslesen, sondern auch in der FritzApp Smart Home, auf einem FritzFon und im Webinterface. Bei zu hoher oder zu niedriger Luftfeuchtigkeit alarmiert FritzDECT 440 den Nutzer.

Das FritzFon erhält einen neuen Startbildschirm, der aktuelle Wetterinfos und eine Vorhersage für die nächsten Stunden und Tage anzeigt. Insgesamt können Anwender nun zwischen neun verschiedenen Startbildschirmen auf dem FritzFon wählen.

Mit dem im Sommer 2020 erschienenen FritzOS 7.20 hatte AVM als erster Routerhersteller die Verschlüsselung von DNS-Anfragen auf Fritzboxen eingeführt. So können Dritte nicht mehr belauschen, welche Ziele Anwenderinnen und Anwender im Internet ansteuern. Der Dienst erwies sich in Tests nicht immer als stabil. Nun sind drei der Bugfixes, die bereits seit September in Laborversionen verfügbar waren, im neuen FritzOS 7.25 eingebaut (Optimierung des Retry-Verhaltens, bessere Zuverlässigkeit bei ausfallenden oder nicht antwortenden Gegenstellen, bessere Zuverlässigkeit durch seltenere Latenzmessung).

Das Update will AVM Schritt für Schritt an alle aktuellen Fritz-Produkte anpassen. Zu Beginn erhalten die neue Version das Router-Flaggschiff Fritzbox 7590 und die Smart-Home-Erweiterung FritzDECT 440. Das Update wird automatisch eingespielt, wenn im Router die Auto-Update-Funktion aktiviert ist. Alternativ kann man die Suche nach Updates mit einem Klick auf "Update starten" anstoßen. Eine komplette Liste aller Neuerungen und Fehlerbeseitigungen hält AVM unter anderem unter diesem Link bereit.

Zum Thema DNS-Verschlüsselung mit Fritzboxen siehe auch:

Vertrauliche Auskunft - Mit Fritzboxen beim Surfen die Privatsphäre schützen

Jonglieren mit Schlüsseln, Fritzbox und DNS-over-TLS: Analyse mit Wireshark (dz)