Update für .NET-Tools: JetBrains aktualisiert ReSharper und Rider

Mit der Veröffentlichung von Version 2020.3 bringt der tschechische Softwarehersteller seine .NET-Tools auf den aktuellen Stand.

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(Bild: nattaphol phromdecha/Shutterstock.com)

Von
  • Madeleine Domogalla

JetBrains veröffentlicht Version 2020.3 seiner .NET-Tools ReSharper und Rider. Im Fokus steht die Anbindung an .NET 5 sowie die Unterstützung der neuen Features von C# 9. Damit schließt JetBrains die Update-Reihe seiner IDEs ab. In den vergangenen Wochen hatte der Toolhersteller bereits IntelliJ IDEA, WebStorm sowie CLion und andere IDEs aktualisiert.

Beide IDEs bringen Unterstützung für C#9, die aktuelle Version der Programmiersprache. Dazu zählen beispielsweise das viel diskutierte neue Feature im C#-Compiler, Source Generators, mit denen sich Code direkt im Kompilierungsprozess erzeugen und verwenden lässt. Sowohl ReSharper als auch Rider berücksichtigen generierte Dateien beim Refactoring, stellen Code-Editor-Funkionen bereit und helfen Entwicklern bei der Navigation zum generierten Code. Darüber hinaus ist es partiellen Methoden erlaubt, Ausgabeparameter, non-void-Rückgabetypen und jede Art von Accessibility auszulassen, was sie bei den Source Generators nützlicher machen soll. Letztere können auf die definierende Deklaration der partiellen Methode zugreifen, um das Verhalten des generierten Codes anzupassen.

Neu sind zudem unter anderem die Unterstützung der Init-Only-Properties, die sich lediglich während der Initialisierung eines Objektes setzen lassen. Dadurch können Entwickler Initialisierer für Objekte verwenden, ohne die Property als mutable anzugeben. Beide IDEs können mit Init-Only-Properties umgehen und berücksichtigen sie bei der Vervollständigung des Codes, führen eine generative Vervollständigung durch und analysieren, ob sich das Property geändert hat. Ist dies der Fall, bieten die IDEs jeweils einen Quick-Fix an, mit dem Entwickler Properties mutable machen können.

ReSharper 2020.3 erscheint mit einem neuen Push-to-Hint-Mechanismus für Inlay-Hinweise. Diese zeigt die IDE nun nicht mehr standardmäßig selbst an: Nutzer können sie sich über das Drücken von Strg anzeigen lassen. Beim Loslassen der Taste blendet die IDE die Hinweise wieder aus. Wer sich Hints dauerhaft anzeigen lassen möchte, drückt die Taste zweimal (zum Deaktivieren erneut zweimal Strg drücken). Entwickler können in der IDE einstellen, welche Hinweise immer aktiviert sein sollen, welche beim Drücken angezeigt werden und welche für Entwickler weniger relevant sind.

Darüber hinaus hat das Entwicklerteam hinter der Visual-Studio-Erweiterung die IDE um die dynamische Programmanalyse (DPA) erweitert. Sie soll Entwickler bei der Analyse und dem Erstellen besseren Codes unterstützen, indem sie Closures und Zuweisungen zu großen und kleinen Objekt-Heaps im Memory erkennt. DPa arbeitet im Hintergrund und liefert nach jedem Start eines Projektes einen passenden Bericht – erkennbar an einem auf dem Kopf stehenden, roten Dreieck unten rechts in der Ecke der IDE. Darüber verbessert ReSharper 2020.3 die Unterstüzung für das Webframework Blazor und implementiert erste C++20-Änderungen.

Rider, die Cross-Plattform-IDE für .NET-Entwickler, hat mit Version 2020.3 neben Support für .NET 5 (erstmals) und C#9 Neuerungen für den Debugger im Gepäck. Bei dem Update hält ein neues Direktfenster (Immediate Window) mit Programmierunterstützung Einzug, das beim Start einer Debugging-Session im Debugger-Bereich unten rechts, unterhalb des Überwachungsvariablen angezeigt wird. Nutzer können mit der Eingabe starten, sobald die Ausführung unterbrochen ist, beispielsweise beim Erreichen eines Haltepunkts. Es besteht die Möglichkeit, beliebigen gültigen C#-Code einzugeben. Die IDE unterstützt alle verfügbaren Code-Completion-Funktionen. Darüber hinaus ist es Entwicklern erlaubt, synthetische Variablen zu definieren, deren Werte die IDE im Variablenfenster verfolgt, in dem synthetische Variablen in einer Sammlung zusammengefasst sind. Entwickler können diese Variablen wie alle anderen einsehen, anheften und ändern. Darüber hinaus lassen sich beliebige Memberfunktionen der verfügbaren Objekte oder im aktuellen Kontext verfügbare statische Funkionen aufrufen.

Das Entwicklerteam hinter Rider fügt zudem neue Debugger-Aktionen hinzu, die noch vor dem Start einer Debugging-Session verfügbar sein sollen. Mit Start Debugging and Run to Here und Start Debugging and Rund to Here Non-Stop müssen Entwickler nicht mehr erst mit dem Debuggen beginnen und in mehreren Schritten zur Stelle navigieren. Mit diesen Aktionen lässt es sich direkt zur gewünschten Stelle springen und externe Methodenaufrufe oder Haltepunkte überspringen. Start Debugging and Step Over und Start Debugging and Step Into dienen dazu, das Debuggen zu starten und die Ausführung gleich am Einstiegspunkt der Anwendung anzuhalten.

Rider bringt zudem Support für Private Source Links für den Debugger sowie im integrierten Decompiler. Darüber hinaus führt das Update ein neues Architekturtool ein, das Entwickler zur Visualisierung von Projektabhängigkeiten nutzen können. Beispielsweise über Tools|Architecture|Show Project Diagram oder das Kontextmenü lässt sich das Projektabhängigkeitsdiagramm öffnen. Es folgt der Struktur der Anwendung und soll erst einmal alle Top-Level-Elemente der Anwendung veranschaulichen. Entwickler können dann wählen, welche Projekte oder Ordner das Diagramm anzeigen soll. Zudem lässt sich der Maßstab anpassen, ein Raster einblenden und Notizen zu bestimmten Projekten lassen sich hinzufügen. Rider 2020.3 bringt mit der aktuellen Version neben den genannten Neuerungen auch Neues für die Spieleentwicklung, Support für F#, Überarbeitungen für UI/UX und einiges mehr.

Weitere Details lassen sich den Ankündigungsseiten zu ReSharper und Rider entnehmen. Die Tools sind sowohl einzeln als auch im Paket erhältlich. Kostenfreie Varianten wie bei IntelliJ IDEA existieren nicht für alle Nutzer. Wie bei anderen Tools bietet JetBrains sie jedoch unter anderem für Open-Source-Projekte und Studenten an. Seit 2015 gibt es alle IDEs des Herstellers in einem Abomodell, bei dem der Preis innerhalb der ersten drei Jahre sinkt. Der Preis für ReSharper startet für Einzelanwender im ersten Jahr bei 129 Euro, die Ultimate-Variante bei 149 Euro und das Paket mit Rider bei 179 Euro. Rider alleine kostet für Einzelanwender 139 Euro im ersten Jahr.

(mdo)